Nach den Plänen von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sollte eigentlich der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl Nachfolger von Generalbundesanwältin Monika Harms werden. Die will Ende kommender Woche in den Ruhestand gehen. Doch nachdem einige Generalstaatsanwälte und SPD-geführte Bundesländer Zweifel an der fachlichen Eignung des 46-Jährigen äußerten, ist die Nachfolge von Harms wieder offen. Denn Schmalzl verzichtet auf den Posten.

Schmalzl begründete seinen Entschluss, nicht länger zu kandidieren, mit der ehrverletzenden Diskussion um seine Person. "Das habe ich nicht nötig", sagte er und fügte hinzu: "Ich hätte meinem Land gern gedient."

Als neuer Generalbundesanwalt ist nun der Präsident des Oberlandesgerichts Naumburg, Winfried Schubert, im Gespräch. "Schubert ist ein Name, der genannt wird", sagte der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Burkhard Lischka.

Die FDP kritisierte hingegen die Spekulationen um die Nachfolge von Harms. "Die SPD betreibt ein rein machtpolitisches Spiel mit dem Amt des Generalbundesanwaltes", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae. "Das Amt des Generalbundesanwaltes eignet sich nicht für Postengeschacher."

Die Generalbundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde Deutschlands und hat ihren Sitz in Karlsruhe.