Verteidigungsminister Thomas de Maizière will in den kommenden Jahren 31 Standorte schließen. Zudem sollen 90 militärische Einrichtungen stark verkleinert werden, sagte de Maizière bei der Vorstellung des neuen Stationierungskonzepts. Das Bundeskabinett hat das Konzept bereits gebilligt.

Bundesweit bleiben von den derzeit 328 Standorten 264 erhalten, heißt es in dem Bericht. Stationierungsorte mit weniger als 15 Dienstposten werden nicht mehr mitgezählt. Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz sind die Bundesländer, in denen die Armee besonders stark schrumpft. Dort sollen acht beziehungsweise fünf Standorte geschlossen werden. Dagegen kommen die meisten ostdeutschen Bundesländer relativ glimpflich davon: Hier gibt es insgesamt fünf Schließungen, davon drei in Mecklenburg-Vorpommern.

Im Schnitt werden laut de Maizière pro Standort 30 Prozent der Dienstposten reduziert. Die obersten Führungsebenen der Teilstreitkräfte verschmelzen zu Führungskommandos an neuen Standorten. So soll das Führungskommando des Heeres seinen Sitz künftig in Strausberg bei Berlin haben. Das Führungskommando der Luftwaffe siedelt nach Berlin-Gatow um, die Spitze der Marine kommt nach Rostock. Wie viele Beschäftigte wegen des neuen Stationierungskonzepts umziehen müssen, ist nach den Worten des Ministers noch unklar. Die meisten Verlegungen sollen bis 2017 abgeschlossen sein, ein großer Teil sogar schon bis 2015.

Kommunen fordern Entschädigung

Die Standortentscheidung ist der letzte Schritt der Bundeswehrreform. Diese sieht zum einen vor, die Truppenstärke von ursprünglich 250.000 Soldaten auf bis zu 170.000 zu reduzieren. Allein durch die Aussetzung der Wehrpflicht sind bereits 50.000 Stellen weggefallen. Außerdem verändert sich mit der Neuausrichtung die Bewaffnung der Bundeswehr: So sollen deutlich weniger Eurofighter, Kampf- und Transporthubschrauber und Schützenpanzer angeschafft werden als bisher geplant.

Viele der Standorte liegen in strukturschwachen Gebieten, die auf die Arbeitsplätze und die Kaufkraft der Soldaten angewiesen sind. Die Kommunen fordern deshalb ein Hilfsprogramm für betroffene Regionen. "Über Jahrzehnte waren die Städte und Gemeinden, die jetzt von den Standortschließungen betroffen sind, gute Gastgeber für die Bundeswehr", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg. Bund und Länder hätten "Verantwortung dafür zu tragen, dass an den Standorten jetzt nicht das Licht ausgeht". 

Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck forderte finanzielle Unterstützung des Bundes. Ein solches Programm müsse eine dreistellige Millionenhöhe haben, sagte er im Deutschlandfunk.