Der Machtkampf in der rechtsextremen NPD ist entschieden, der sächsische Fraktionschef Holger Apfel wird neuer Vorsitzender der Partei. Wie ein ZEIT-ONLINE-Reporter berichtet, erhielt Apfel in einer nicht-öffentlichen Abstimmung auf dem Parteitag in Neuruppin 126 Stimmen und setzte sich damit gegen den langjährigen Amtsinhaber Udo Voigt durch, der auf nur 85 Stimmen kam.

Apfel und Voigt hatten sich am Vortag einen heftigen Schlagabtausch um den künftigen Kurs der Partei geliefert. Apfel plädierte vor den rund 200 Delegierten für einen "seriösen Radikalismus". Er hielt Voigt strategische Defizite vor und kritisierte vor allem den NPD-Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus. Die damals genutzten Plakate mit dem Slogan "Gas geben" und dem Konterfei Voigts seien nicht mit dem Parteiprogramm zu vereinbaren. So brauche man sich nicht zu wundern, "wenn bei den Bürgern im Land die Jalousien heruntergehen", sagte er.

Voigt kritisierte den Begriff des "seriösen Radikalismus". Dieser sei "so untauglich wie eine halbschwangere Jungfrau." Ohne Apfel beim Namen zu nennen, monierte er, dass es einigen in der Partei nur noch um "Verpackungsinhalte" gehe. Mediengerechtes Verhalten werde es unter ihm nicht geben. "Der Wähler muss klar erkennen können, dass wir radikal, sozial und national sind", sagte Voigt.

Der Parteitag fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zahlreiche Neuruppiner demonstrierten gegen die Veranstaltung der rechtsextremen Partei in ihrer Stadt.