Die Europäische Union wird weitere Sanktionen gegen Syrien beschließen. Außenminister Guido Westerwelle sagte, die Außenminister der EU-Länder würden bei ihrem Treffen in Brüssel "eine weitere Sanktionsrunde gegen Syrien beraten und beschließen". Geplant sei Reisebeschränkungen für einzelne Personen auch um Sanktionen im Finanzbereich. Der Außenminister forderte erneut ein geschlossenes Vorgehen der Staatengemeinschaft.

Zuvor hatte die Arabische Liga Syrien von ihren Treffen ausgeschlossen und wirtschaftliche und politische Sanktionen gegen die autokratische Regierung in Damaskus angekündigt. Zudem rief sie die Mitglieder auf, ihre Botschafter aus Syrien abzuziehen. Vor kurzem hatte die Liga sich mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf einen Friedensplan geeinigt, der einen Rückzug der Armee aus den umkämpften Orten vorsah. Nun reagierte sie auf die dennoch fortdauernde Gewalt gegen Oppositionelle.

Westerwelle würdigte diese Entscheidung. Es sei wichtig, dass die Arabische Liga deutlich gemacht habe, dass die Repressionen des Assad-Regimes gegen das eigene Volk nicht akzeptiert würden.

Assad-Anhänger greifen Botschaften von Saudi-Arabien und Katar an

Anhänger Assads griffen aus Protest gegen den Ausschluss die Botschaften von Saudi-Arabien und Katar in Damaskus an. Das saudische Außenministerium teilte mit, eine Gruppe von Demonstranten habe sich vor der Botschaft versammelt, Steine geworfen und dann die Botschaft gestürmt. Die syrischen Einsatzkräfte hätten nichts getan, um dies zu verhindern. Erst später hätten sie die Demonstranten aus der Botschaft gewiesen. Saudi-Arabien hatte bereits am 8. August seinen Botschafter aus Damaskus zurückberufen, um gegen Menschenrechtsverstöße in Syrien zu protestieren.

Auf dem Gelände der Botschaft von Katar überwanden Demonstranten die Absperrung, kletterten auf das Dach und setzten an die Stelle der katarischen Flagge die Flagge Syriens. Der katarische Botschafter in Damaskus hatte Syrien im Juli verlassen. Ähnliche Angriffe soll es auch auf das französische und das türkische Konsulat in der Stadt Latakia gegeben haben.