Der potenzielle Endlagerstandort für Atommüll in Gorleben wird nicht weiter ausgebaut. Das hat Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) nach eigenen Angaben bereits vor zwei Wochen angewiesen.

Ob Gorleben weiterhin als Endlager für die erwarteten 29.000 Tonnen an hoch radioaktivem Müll infrage kommt, ist zwischen Bund und Ländern noch nicht geklärt. Bevor es zu einer Entscheidung komme, sei Gorleben weiterhin im Gespräch, sagte Röttgen. "Als Vergleichsstandort bleibt Gorleben erhalten." Den Ausbau habe er stoppen lassen, da ansonsten der Anschein erweckt werden könne, dass Gorleben als Endlager vorbereitet werde. "Wir wollen die Offenheit in dieser Frage hier haben."

Röttgen (CDU) und die Länder haben derweil einen Fahrplan beschlossen, wie die Suche nach einem Endlagerstandort durchgeführt werden soll. Bis zur Sommerpause 2012 will der Umweltminister ein Gesetz über alle unabhängig vom Standort zu klärenden Fragen vorlegen. Bis Mitte 2014 sollen die Regionen festgelegt werden, die aus der Suche ausscheiden und in denen Erkundungen durchgeführt werden. Ab Ende 2014 wird oberirdisch nach einem Standort gesucht, ab Ende 2019 mit unterirdischen Erkundungen begonnen. Danach soll das dann gefundene Endlager genehmigt und gebaut werden.

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) lobte Röttgens Anweisung als einen Baustopp. Ob es einen weiteren Erkundungsstopp in Gorleben gibt, müsse noch entschieden werden. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Januar dabei weiterkommen werden", sagte die Koordinatorin der von Grünen und SPD geführten Länder.

Seit 1977 kostete der Standort Gorleben knapp 1,6 Milliarden Euro. Für SPD und Grüne ist der Ausschluss Gorlebens Voraussetzung für die von Röttgen angekündigte Suche auf der "weißen Landkarte". Ein Kompromissvorschlag des niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten David McAllister, die Erkundungen 2013 zu stoppen, wird nach dessen Angaben weiterhin diskutiert.