Neben Personalstreitigkeiten und schlechten Umfragewerten hat die FDP dieses Jahr auch einen gewaltigen Mitgliederschwund hinnehmen müssen. Die Zahl der Parteimitglieder sank um mehr als 5.000 auf 63.416, berichtet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf eine eigene Umfrage. Mit einem Minus von rund 7,5 Prozent erlebe die FDP den stärksten Einbruch seit 15 Jahren.

Inzwischen beginnt sogar die CDU in Schleswig-Holstein ihren Wahlkampf für die Landtagswahlen am 6. Mai 2012 ohne ein Bekenntnis zugunsten ihres bisherigen Bündnispartners. "Wir werden ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gehen und für unsere eigene Stärke werben", sagte CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager. Die Nord-CDU sieht auch in den Grünen einen potenziellen Regierungspartner.

Besser sieht es beim ärgsten Gegner der Liberalen aus: Die Anzahl der grünen Parteimitglieder hat hingegen einen neuen Rekordwert erreicht: Die Partei wuchs um rund 6.000 Anhänger auf 58.959 Mitglieder. 



Der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer sagte der Zeitung, in beiden Fällen handele es sich um sehr deutliche Ausschläge. "Die sind am oberen Rand dessen, was man normalerweise sieht." Während die FDP für eine schlechte Regierungsarbeit abgestraft wurde, hätten die Grünen offenbar stark von der Berichterstattung über die Atomkatastrophe von Fukushima profitiert.

Volksparteien schrumpfen weiter



Bei den Volksparteien hält der Schrumpfungsprozess dem Bericht zufolge weiter an. CDU und SPD zählen demnach erstmals weniger als eine halbe Million Mitglieder. Während die CDU vom Jahresanfang bis Ende Oktober rund 2,3 Prozent ihrer Mitglieder verlor und nun bei 493.846 liegt, konnte die SPD den Minustrend etwas verlangsamen und hat mit einem Minus von 1,7 Prozent jetzt noch 493.664 Mitglieder. "Bei der CDU schlagen sich die Turbulenzen der Regierung nieder", sagte Niedermayer: "Die SPD hat sich wieder gefangen. Das sieht man auch in den Umfragen." 



Ungebremst ist der personelle Abwärtstrend bei der Linkspartei. Sie verlor knapp 4.000 Anhänger und zählt nun noch 69.800 Parteimitglieder.