Die FDP verliert nach dem Rücktritt ihres Generalsekretärs Christian Lindner weiter an Zustimmung. In einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts, die von Stern und RTL in Auftrag gegeben wurde, kommen die Liberalen nur noch auf zwei Prozent und büßen damit einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche ein. Diesen Tiefstand hatte die FDP in diesem Jahr bereits zweimal erreicht.

Wieder zulegen konnte die Piratenpartei: 9 Prozent würden sich derzeit für die Piraten entscheiden, das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Woche zuvor. Die Werte der meisten anderen Parteien blieben stabil. Die Union liegt mit 35 Prozent weiter vorn, die SPD bleibt bei 28 Prozent, die Grünen halten sich bei 14 Prozent. Die Linke sank um einen Punkt auf 7 Prozent.

"Putschgerüchte machten die Runde"

Forsa-Chef Manfred Güllner macht die Turbulenzen nach dem Rücktritt von Generalsekretär Christian Lindner für die schlechten Werte verantwortlich. Güllner sagte dem Magazin Stern: "Der Rücktritt hat die Anhänger verunsichert. Zudem löste er Spekulationen um die Zukunft des Parteichefs aus. Sogar Putschgerüchte machten die Runde. All dies schadete der Partei."

Auseinander gehen die Meinungen darüber, ob FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle ein besserer Parteichef wäre als Philipp Rösler. 34 Prozent würden Brüderle den Vorzug geben, 37 Prozent sehen in ihm nicht den besseren FDP-Chef. Bei den FDP-Wählern hingegen halten 48 Prozent Brüderle für geeigneter als Rösler. Für die Umfrage wurden 2.500 Bundesbürger vom 12. bis 16. Dezember befragt – also zu einem Zeitpunkt, als das Ergebnis des Mitgliederentscheids zum Europäischen Rettungsschirm noch ausstand.