Von Rechtsextremisten geht nach Ansicht der Bürger die größte terroristische Bedrohung in Deutschland aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die ZEIT ONLINE anlässlich der Enthüllungen rund um die Zwickauer Neonazi-Zelle beim Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegeben hat.

Demnach geht für eine Mehrheit der Befragten, nämlich 41 Prozent, die größte Terror-Gefahr von Rechtsextremisten aus, während 36,6 Prozent der Bürger Islamisten für am gefährlichsten halten. Nur 5,6 Prozent gaben an, dass die größte terroristische Bedrohung in Deutschland von Linksextremisten ausgehe. 13 Prozent der Befragten sehen derzeit überhaupt keine terroristische Gefahr in Deutschland.

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Auch zu einer in den vergangenen Wochen heftig diskutieren Frage ließ ZEIT ONLINE die Menschen in Deutschland befragen: Ist Rechtsextremismus in erster Linie ein ostdeutsches Problem oder nicht? Die Antwort der Befragten ist eindeutig: 70 Prozent halten Rechtsextremismus demnach eher für ein gesamtdeutsches Problem, 23 Prozent vor allem für ein ostdeutsches und nur 3 Prozent für ein westdeutsches.

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Auf die Frage, ob die Sicherheitsbehörden in Deutschland auch weiterhin auf V-Leute setzen sollen, um Erkenntnisse aus der rechtsextremen Szene zu gewinnen, fiel die Antwort ebenfalls recht eindeutig aus: 52 Prozent der Befragten halten den Einsatz von V-Männern weiterhin für wichtig, 30 Prozent lehnen ihn ab. SPD, Grüne und Linke hatten wiederholt gefordert, alle V-Leute in der NPD abzuschalten, um so ein neuerliches Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme Partei möglich zu machen. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) befürwortet dagegen ein NPD-Verbot, ohne auf die Informationen von V-Leuten zu verzichten.

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Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov Ende November in Deutschland 1.043 Menschen.