"Ich werde mich im Jahre 2012 sehr darum bemühen, dass wir zu gegebener Zeit den Karl-Theodor wieder auch für eine aktive Rolle in der CSU gewinnen", sagte Seehofer dem Radiosender Bayern 2. Guttenberg sei ein sehr fähiger Politiker.

Seine Wortmeldungen in diesem Jahr seien jedoch nicht sehr hilfreich gewesen, auch nicht für die CSU. "Trotzdem darf man hier nicht nachtreten." Guttenberg hatte seiner Partei in einem Interview mit der ZEIT unter anderem den Status als Volkspartei abgesprochen und in dem Zusammenhang von einer "Verhöhnung früherer Träume" gesprochen.

Seehofer kündigte an, er werde sich im kommenden Jahr um persönliche Gespräche mit Guttenberg bemühen. Das müsse zur richtigen Zeit und nicht über öffentliche Kanäle passieren. "Ich glaube, es wird auch gelingen, ihn wiederzugewinnen", zeigte sich der Ministerpräsident zuversichtlich.

Guttenberg war bis zu seinem Rücktritt Anfang März direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises, der sich über die fränkischen Landkreise Bamberg, Kulmbach und Lichtenfels erstreckt und als sichere CSU-Bastion gilt. Der CSU-Politiker hatte alle politischen Ämter aufgegeben, nachdem ihm nachgewiesen worden war, dass er zahlreiche Passagen seiner Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben hatte.

Inzwischen ist er mit seiner Familie in die USA umgezogen, hat sich aber in den vergangenen Wochen wieder mehrfach zu Wort gemeldet.