Der von seiner Hannoveraner Vergangenheit eingeholte Bundespräsident hat in der deutschen Bevölkerung an Autorität eingebüßt. In einer Forsa-Umfrage für den Stern und RTL sagten 31 Prozent der Bürger, Christian Wulff habe in ihren Augen an Ansehen verloren. Für die große Mehrheit (63 Prozent) hat sich jedoch nichts geändert. Für zwei Prozent hat Wulff sogar an Ansehen gewonnen, vier Prozent äußerten keine Meinung.

Die Umfrage wurde am Donnerstag und Freitag voriger Woche sowie an diesem Montag durchgeführt. Dabei wurden die Werte für Wulff am Montag deutlich negativer, nachdem er eine Auflistung über die kostenlosen Privat-Urlaube bei befreundeten Unternehmern vorgelegt hatte. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte 1.508 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Trotz des Ansehensverlustes äußerte sich die große Mehrheit der Deutschen (62 Prozent) zufrieden mit der bisherigen Amtszeit von Wulff: 52 Prozent sagten, sie seien "zufrieden", zehn Prozent erklärten sich sogar "sehr zufrieden". Als "weniger zufrieden" bezeichneten sich 21 Prozent, "gar nicht zufrieden" sind sieben Prozent. Zehn Prozent antworteten mit "weiß nicht".

Einen Rücktritt Wulffs lehnt aber die überwältigende Mehrheit der Bürger (79 Prozent) der Forsa-Umfrage zufolge ab. Lediglich 13 Prozent fordern, der Bundespräsident solle sein Amt zur Verfügung stellen. Die Zahl der Rücktritts-Befürworter hat am Montag deutlich zugenommen.

Eine Umfrage des Demoskopie-Instituts YouGov für Bild ergab, dass 56 Prozent der Bürger finden, Wulff habe "stark" an Glaubwürdigkeit verloren. Für 27 Prozent hat Wulff "kaum" Glaubwürdigkeit eingebüßt. 17 Prozent sehen überhaupt keinen Verlust an Glaubwürdigkeit.