In der Überwachungsaffäre bekommt die Linke auch Unterstützung von der FDP . Fraktionschef Rainer Brüderle forderte den Innenminister und die Länder auf, Fragen rund um die Beobachtung der Linkspartei aufzuklären. Die große Zahl der betroffenen Abgeordneten führe dazu, dass man durchaus an der Verhältnismäßigkeit zweifeln könne, sagte Brüderle.

Die SPD argumentierte ähnlich. Es gebe keinen Zweifel, dass Teile der Partei verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgten und etwa eine Diktatur des Proletariats wollten, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann . Wenn aber mit Dietmar Bartsch oder Petra Pau Vertreter des Realo-Flügels beobachtet würden, die sich klar zur Verfassung bekennten und sich den Sektierern in der Partei entgegenstellten, sei das zu hinterfragen.

"Da gibt es Erklärungsbedarf", sagte Oppermann, der auch Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums ist, das für die Überwachung der Geheimdienste zuständig ist. Die SPD will vom Verfassungsschutz wissen, ob auch SPD-Politiker beobachtet werden.

Mit Blick auf den ebenfalls unter Beobachtung stehenden Linke-Fraktionschef Gysi sagte Oppermann: "Gregor Gysi ist doch kein Staatsfeind, das ist allenfalls ein Salon-Bolschewist". Oppermann betonte, man könne bei der Begründung für Beobachtungen die Linke nicht auf eine Stufe mit der NPD stellen. Die Linke wirft Innenminister Friedrich vor, dies getan zu haben.