Linken-Fraktionschef Gregor Gysi will bei der Bundestagswahl 2013 erneut als Spitzenkandidat seiner Partei antreten. Er wolle "für die Linke als Spitzenkandidat um ein möglichst gutes Ergebnis kämpfen", sagte Gysi der Zeitschrift Superillu . Er wolle "noch einmal volle Kante geben".

Gysi kann sich vorstellen, dabei auch wieder mit dem früheren Parteichef Oskar Lafontaine als Spitzenkandidaten-Duo anzutreten. "Ich nehme an, Oskar ist dazu auch bereit", sagte Gysi. Lafontaine und Gysi waren bereits 2009 als Spitzenkandidaten der Linken in den Wahlkampf gezogen.

Aus dem Streit um die künftige Parteispitze will sich Gysi "weitestgehend" heraushalten. Das Prinzip der Doppelspitze, bestehend aus jeweils einem Mann und einer Frau aus Ost und West, halte er für sinnvoll. "In der Führung muss man den unterschiedlichen kulturellen Gesichtspunkten in unserer Partei entsprechen."

Wer wird Parteivorsitzender?

Ob der als Parteichef zurückgetretene Lafontaine wieder für das Amt des Vorsitzenden antrete, müsse dieser selbst entscheiden, sagte Gysi. Eine mögliche Kandidatur von Lafontaines Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht bewertete er zurückhaltend: "Früher hatten wir Schwierigkeiten miteinander. Jetzt sage ich ganz frei: Sahra ist für die Partei inzwischen ein Gewinn." Wagenknecht hatte allerdings Anfang Dezember erklärt, nicht Parteichefin werden zu wollen .

Die derzeitige Doppelspitze der Linken ist innerparteilich umstritten. Parteichefin Gesine Lötzsch hatte angekündigt, noch einmal kandidieren zu wollen. Der Kovorsitzende Klaus Ernst hat sich bislang nicht zu seinen Plänen geäußert. Ins Spiel gebracht worden ist auch eine Abstimmung der Parteibasis der Linken. Zudem hat der frühere Bundesgeschäftsführer und Fraktionsvize Dietmar Bartsch angekündigt , für den Vorsitz zu kandidieren.