Bundestagspräsident Norbert Lammert ( CDU ) hat die Medien im Zusammenhang mit der Kredit-Affäre von Bundespräsident Christian Wulff gerügt. Nicht nur Wulff müsse sich fragen, ob er mit den privaten Vorgängen und den damit verbundenen Vorwürfen angemessen umgegangen sei. "Auch die Medien haben Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung", sagte Lammert der Neuen Osnabrücker Zeitung .



Für Diskussionen sorgte der Vorabdruck eines Spiegel -Artikels , in dem der Wulff-Kredit in den Zusammenhang mit dem VW-Porsche-Deal im Jahr 2009 gerückt wird. Dem Bericht zufolge ist die Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Hausbank des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche – dieser wurde 2009 durch einen Einstieg des niedersächsischen Autoherstellers Volkswagen vor der Pleite gerettet.

Das Nachrichtenmagazin spekuliert, Wulff habe die guten Konditionen von der BW-Bank als Dank für die Rettung von Porsche erhalten. Der Sprecher der Bank, Manfred Rube, bezeichnete die Geschichte am Samstag als "absoluten Blödsinn". Sie entbehre jeder Grundlage.



Wulff hat Kredit erst kurz vor Weihnachten geändert

Am Freitag hatte die BW-Bank in Stuttgart erklärt, dass Wulff seinen BW-Kredit erst kurz vor Weihnachten vertraglich in ein langfristiges Darlehen umgewandelt hat. Zu diesem Zeitpunkt waren seine Kreditkonditionen bei der Bank bereits bekannt. Die Bank bestätigte auch, dass der Unternehmer Egon Geerkens den Kontakt hergestellt hatte.



Dies hatte Wulff selbst bereits am 15. Dezember mitgeteilt. Damals erklärte der Bundespräsident, er habe 2008 zunächst einen Privatkredit zu einem Zinssatz von vier Prozent bei Edith Geerkens aufgenommen, um seinen Hauskauf zu finanzieren. Im Dezember 2009 habe er dann auf Anregung von Egon Geerkens Gespräche mit der BW-Bank aufgenommen, die am 21. März 2010 zur Unterzeichnung "eines kurzfristigen und rollierenden Geldmarktdarlehens mit günstigerem Zinssatz als zuvor" geführt hätten. "Inzwischen habe ich das Geldmarktdarlehen in ein langfristiges Bankdarlehen festgeschrieben", hieß es in der schriftlichen Erklärung Wulffs vom 15. Dezember.