Der konservative Berliner Kreis in der CDU  gibt sich nach einem Treffen mit Partei-Generalsekretär Hermann Gröhe versöhnlich.  "Es ist unser gemeinsames Ziel, uns für den Erfolg der Union einzusetzen", sagte der hessische CDU-Fraktionschef Christean Wagner , der Gründer des Zirkels aus Landes- und Bundespolitikern ist, nach einem Treffen in der Berliner Parteizentrale. Zwar wolle man weiter für eine Stärkung des konservativen Profils der Partei werben, aber man stehe dabei nicht im Konflikt mit der Führung. Das Gespräch mit dem Generalsekretär sei "konstruktiv und offen" gewesen. Das bestätigte auch die CDU-Spitze.

Dort befürchtet man, dass der Berliner Kreis einen neuen konservativen Parteiflügel bilden will. Der CDU-Generalsekretär hatte daher am späten Dienstagabend rund 20 Vertreter des Kreises in die Berliner Parteizentrale eingeladen. Rund drei Stunden saß die Runde zusammen. Thematisiert wurden vor allem Befürchtungen, dass die CDU zunehmend an konservativem Profil verliere und dass Richtungsentscheidungen, etwa bei der Energiewende, in der Partei "von oben" herab diktiert würden. Generalsekretär Gröhe versuchte, die Bedenken zu zerstreuen.

Er zeigte sich im Anschluss an das Treffen versöhnlich. Jeder sei eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, um die CDU nach vorne zu bringen, sagte Gröhe. Wie steigende Umfragewerte zeigten, werde in der Bevölkerung honoriert, dass die Union Deutschland erfolgreich durch die Krise geführt habe.

Wolfgang Bosbach , CDU-Innenexperte und Mitglied des Berliner Kreises, versuchte ebenfalls Bedenken zu zerstreuen, die Initiative könne sich als neuer Flügel innerhalb der Unionsfraktion etablieren . "Genau darum geht es nicht", sagte Bosbach: "Uns liegt die programmatische Arbeit in der Partei am Herzen und der Gesprächskreis soll ja gerade offen sein für alle, denen die Union am Herzen liegt". Ziel des Berliner Kreises sei es "ja auch nicht der Union Probleme zu bereiten". Vielmehr gehe es darum, dass die Partei zu alter politischer Stärke zurückfinde. "Hierzu ist es auch wichtig, die Stammwähler stärker an sich zu binden und verlorene Stammwähler zurückzugewinnen."

Regionalkonferenzen reichen Bosbach nicht

Bosbach sagte weiter, die Initiative wolle überlegen, wie die Basis stärker an der Meinungsbildung in der CDU beteiligt werden könnte. Regionalkonferenzen seien zwar ein wichtiges Forum. Doch dürfe die Basis dort nicht nur vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern müsse bereits in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Hintergrund ist die Kritik der Konservativen an der Kommunikation wichtiger politischer Kehrtwenden, zum Beispiel der Energiewende und der Abschaffung der Wehrpflicht.

Auch der Initiator des Berliner Kreises, Wagner, sagte, die Union müsse "breit aufgestellt sein", um Stammwähler zurückzugewinnen. Nur so könnten wieder Wahlergebnisse von "40 plus X" Prozent erreicht werden.

Anlass des Gesprächskreises ist die Enttäuschung vieler Mitglieder über den gefühlten Profilverlust der CDU, vor allen nach Kurswechseln wie dem Atomausstieg oder dem Ende der Wehrpflicht. Die Formation war parteiintern aber mit wachsendem Misstrauen beobachtet worden . Unionsfraktionschef Volker Kauder warnte bereits davor, die Gesprächsrunde fest zu institutionalisieren. Auch CDU-Generalskretär Gröhe machte bei dem Treffen am Dienstagabend deutlich, dass eine weitere Formalisierung kein geeigneter Weg sei. Dies zeige sich an der Zersplitterung in mehrere Lager bei der SPD .