Die Bundesregierung stellt nach einem Medienbericht vorerst die Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atommüllendlager ein. Die Arbeiten dort sollten "noch in diesem Jahr" beendet werden, heißt es der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge in einem Einigungsvorschlag, den die Bundesregierung inoffiziell den Ländern unterbreitet habe.

"Nach dem Einstellen der Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben findet ein Offenhaltungsbetrieb ohne weitere Erkundungen statt", zitiert die SZ aus dem Papier.

Röttgen: Über seinen Schatten springen

Bundesumweltminister Norbert Röttgen ( CDU ) sagte der S Z : "Die Einigung zwischen Bund und Ländern ist in greifbarer Nähe." Sein Ziel sei es, bis zum Sommer ein Rahmengesetz zu beschließen. Für Einigung im Streit um die Endlagersuche müsste jeder "ein Stück weit über seinen Schatten springen", sagte Röttgen weiter.

Dem Papier zufolge soll die Erkundung über Jahre ruhen. Nach dem Kompromissvorschlag soll der Salzstock nur dann wieder geprüft werden, wenn dies nötig wird, um Gorleben mit anderen Standorten zu vergleichen. Möglich solle allerdings ein "Forschungslaborbetrieb" sein, schreibt die SZ .

Im Zuge von Atomausstieg und Energiewende waren Bund und Länder übereingekommen, mehrere mögliche Standorte für ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll zu prüfen . Bisher wurde Gorleben als einzige Option geprüft. Seit vier Monaten beraten sie über ein entsprechendes Gesetz, dass zu etwa 90 Prozent fertig ist.