Die FDP hat den CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen , Bundesumweltminister Norbert Röttgen , aufgefordert, sich zu seinen Plänen im Fall einer Niederlage zu äußern. Der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der Rheinischen Post , wer Ministerpräsident des größten Bundeslandes werden wolle, müsse sich auch klar und umfassend zur Landespolitik bekennen. " Norbert Röttgen muss achtgeben, dass er durch die Debatte nicht irreparabel beschädigt wird."

Auch der aus Nordrhein-Westfalen stammende CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach forderte Röttgen auf, schnell Klarheit in dieser Frage zu schaffen."Wir werden das Thema nicht los, indem wir sagen, die Menschen haben jetzt andere Probleme", sagte Bosbach ZEIT ONLINE. "Es kann keinem gefallen, wenn diese Frage offen bleibt".

Dass CSU-Chef Horst Seehofer Röttgen aufgefordert hatte, sich ganz auf die nordrhein-westfälische Landespolitik einzulassen, sei für ihn kein Problem, sagte Bosbach weiter. "Seehofer hat nur gesagt, was viele denken", so der Innenexperte. Andere CDU-Politiker hatten sich dagegen Ratschläge aus Bayern verbeten.

NRW-CDU kritisiert Debatte

Röttgen hat es bislang abgelehnt, sich festzulegen, ob er im Falle einer Wahlniederlage am 13. Mai auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf gehen und sein Amt als Bundesumweltminister aufgeben würde.

Die nordrhein-westfälische CDU kritisierte die Einmischung von CSU und FDP . Der bisherige CDU-Fraktionschef im aufgelösten Landtag, Karl-Josef Laumann , sagte, seine Partei brauche Ratschläge "weder aus München , noch von Generalsekretären einer Splitter-Partei. Zumal die Ratschläge an Dümmlichkeit nicht zu überbieten sind." Die CDU habe sich für Röttgen als Spitzenkandidaten entschieden. "Das war klar, seitdem die nordrhein-westfälischen Christdemokraten Röttgen im Herbst 2010 in einer demokratischen Urwahl zum Vorsitzenden gewählt haben", sagte Laumann. "Und so wird die CDU in NRW auch nach dem 13. Mai entscheiden, wie es weitergeht."

Grüne halten Koalition offen

Unterdessen hält der Fraktionsvorsitzende der Grünen in NRW , Reiner Priggen, seiner Partei vor der Landtagswahl alle Koalitionsoptionen offen. "Jede Koalition, die die SPD ohne Wimpernzucken eingeht, muss auch für die Grünen möglich sein", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Er wolle zwar eine rot-grüne Mehrheit erreichen, andere Optionen jedoch nicht ausschließen.

Priggen reagierte damit auf ablehnende Äußerungen des Grünen-Fraktionschefs im Bundestag, Jürgen Trittin , zu einem Bündnis mit der CDU. "Ausschließeritis darf es nicht geben, für die nordrhein-westfälischen Grünen macht keiner den Sack zu", sagte Priggen der Zeitung. Es müsse klar sein, dass sich die Bundes-Grünen bei Koalitionsfragen in den Ländern zurückzuhalten hätten.

In Nordrhein-Westfalen, Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland, steht eine vorgezogene Neuwahl an, nachdem die Opposition im Landtag am Mittwoch den Haushaltsplan der bisherigen rot-grünen Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ablehnte. Das Parlament löste sich daraufhin auf. Die Wahl soll am 13. Mai stattfinden.