Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ) hat einen deutlichen Aufschlag für die knapp 20 Millionen Rentenempfänger in Deutschland angekündigt. Demnach steigen die Renten ab dem 1. Juli im Westen um 2,18 Prozent, die Bezüge der Ruheständler im Osten um 2,26 Prozent. Von der Leyen sprach von einer "guten Nachricht".

Für den Westen ist das die zweitgrößte Rentenanhebung seit 1994. Die Anhebung im Osten fällt dagegen geringer aus als angenommen: Im Herbst hatte die Rentenversicherung dort auf Grundlage von Schätzungen noch eine Erhöhung um etwa 3,2 Prozent vorausgesagt. Durch den etwas höheren Aufschlag im Osten wird sich der Renten-Rückstand zum Westen minimal verringern.

Von der Leyen begründete die zu hohen Erwartungen damit, dass die Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zur Lohnentwicklung "schlicht und einfach zu optimistisch gewesen" seien. "Aber das haben Schätzungen so an sich, dass sie nicht punktgenau sind." Nach den Worten der Ministerin gibt es "unter dem Strich eine positive Rentenentwicklung über der Inflationsrate". Sie nannte es eine erfreuliche Entwicklung, dass die Ost-West-Angleichung bei den Renten nicht zum Stillstand gekommen sei.

Im vergangenen Jahr hatte es für die Rentner in Deutschland einheitlich 0,99 Prozent mehr gegeben. Mit den Erhöhungen werden auch die Rentner an der zuletzt guten Wirtschaftsentwicklung und den Lohnzuwächsen des vergangenen Jahres beteiligt, allerdings nicht in vollem Umfang. Die höheren Renten dürften die Geldentwertung in diesem Jahr nicht ausgleichen können. Im Februar lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent.

Die Rentenerhöhungen werden jährlich anhand der gesetzlichen Rentenanpassungsformel errechnet. Wichtigstes Element ist dabei die Bruttolohnentwicklung der Vorjahre. Die Bundesregierung will die Rentenanhebung am Mittwoch im Kabinett beschließen.