Nur eine knappe Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass das Saarland ein eigenständiges Bundesland bleibt. Dies hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE durchgeführt hat. Demnach sprechen sich 51 Prozent der Bundesbürger dafür aus, dass das Saarland eigenständig bleibt. 29 Prozent befürworten die Fusion mit Rheinland-Pfalz.

Die Eigenständigkeit des Saarlandes ist in dem Bundesland, in dem am 25. März ein neuer Landtag gewählt wird, zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden, nachdem angesichts der hohen Verschuldung des Landes die Fusion mit Rheinland-Pfalz gefordert wurde.

Sowohl die amtierende Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als auch ihr SPD-Herausforderer Heiko Maas kämpfen vehement für die Eigenständigkeit ihres Bundeslandes, betonen aber gleichzeitig, dass diese nur dann langfristig gesichert sei, wenn den künftigen Landesregierungen der Schuldenabbau gelingt. "Wir können nicht ständig auf finanzielle Hilfen von anderen setzen", hatte Maas dazu kürzlich im Interview mit ZEIT ONLINE gesagt. Die Pro-Kopf-Verschuldung des Saarlandes ist nach Bremen und Berlin die dritthöchste in Deutschland

Bemerkenswert an der nun von YouGov durchgeführten Umfrage ist der Umstand, dass die Frage nach der Eigenständigkeit des Saarlandes von Männern und Frauen unterschiedlich beantwortet wird. 58 Prozent der weiblichen Befragten plädieren für den Erhalt des Saarlandes, nur 18 Prozent für eine Fusion mit Rheinland-Pfalz. Unter Männern sind nur 43 Prozent der Befragten für die Eigenständigkeit des kleinen Bundeslandes. Fast ebenso viele (41 Prozent) sprechen sich für die Fusion mit dem Nachbarbundesland aus.

Zahl der Bundesländer nicht reduzieren

Generell halten die Deutschen nicht allzu viel davon, das föderale System der Bundesrepublik neu zu ordnen. Auf die Frage, ob die Zahl der Bundesländer in Deutschland reduziert werden sollte, antworten nur 37 Prozent mit Ja, 55 Prozent lehnen den Vorschlag ab. Auch hier entscheiden Frauen anders als Männer. Während sich nur 24 Prozent der weiblichen Befragten weniger Bundesländer wünschen, sind es unter Männern immerhin 50 Prozent.

Eine knappe Mehrheit von 50 Prozent der Deutschen lehnt zudem die Forderung ab, die Macht der Bundesländer zugunsten des Bundes einzuschränken. 33 Prozent sind für mehr Zentralismus. Männer antworteten auf diese Frage deutlich indifferenter als Frauen: 48 Prozent der männlichen Befragten sind für mehr Zentralismus, 42 Prozent dagegen. Unter Frauen sind es 52 und 25 Prozent.

Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 13. bis 15. März 1.006 Menschen.