Grünen-Fraktionschefin Renate Künast will Politiker aller Fraktionen für die Einführung einer festen Frauenquote in Unternehmen mobilisieren. Sie werde im Bundestag einen fraktionsübergreifenden Antrag vorlegen, um die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ( CDU ) abgelehnte Quote durchzusetzen, sagte Künast dem Hamburger Abendblatt .

Mit ihrem Vorstoß will sie nach eigenen Angaben zeigen, dass Ministerin Schröder mit ihrem Nein zur festen Quote "in einer Außenseiterposition" sei. "Die Geduld der Frauen im Bundestag ist langsam am Ende – ein fraktionsübergreifender Antrag zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote wird kommen", sagte Künast.

Schröder verteidigte derweil ihr Modell einer freiwilligen Quote. Sie hatte zuletzt ihren Verbleib im Amt daran gekoppelt , dass keine starre Quote für Deutschland eingeführt wird. Künast legte Schröder nun nahe, ihr Amt aufzugeben. "Ich nehme gern die feste Frauenquote und verzichte dafür auf Frau Schröder", sagte Künast. Wenn die Ministerin ihren Aufgaben nicht nachkommen wolle, müsse sie beiseitetreten und anderen die Möglichkeit dazu geben.

Schröder sieht Unternehmen auch ohne Quote unter Druck

In der Regierungskoalition ist die Frauenquote umstritten. Auch in der Union gibt es Befürworter einer festen Quote, so etwa Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Schröder setzt hingegen auf die "Flexiquote": Unternehmen legen ihre eigene Quote fest – und müssen diese dann erfüllen.

Schröder verwies im Morgenmagazin des ZDF auf die von ihr mit den Dax-30-Unternehmen ausgehandelte freiwillige Quote für Frauen in Führungspositionen. "Die Unternehmen stehen unter öffentlichem Druck", sagte Schröder. Sie könnten sich der Forderung nach mehr Frauen in Spitzenpositionen auch ohne gesetzliche Quote "nicht mehr entziehen".

Rückendeckung bekam Schröder vom Koalitionspartner FDP , deren Parteiführung gegen eine starre Frauenquote ist. Die FDP setze wie die Ministerin "auf eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft", erklärte die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion , Nicole Bracht-Bendt.