Der nordrhein-westfälische CDU-Vize Armin Laschet soll neuer Chef des Landesverbands werden und damit die Nachfolge von Norbert Röttgen antreten. Auf einer Vorstandssitzung sprach sich die Mehrheit des Landesvorstands für Laschet aus.

Röttgen war nach der Landtagswahl am 13. Mai als Vorsitzender zurückgetreten. Die CDU war auf das Rekordtief von 26,3 Prozent der Stimmen gefallen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihn anschließend auch als Bundesumweltminister entlassen .

Neben Laschet galt auch der Fraktionsvorsitzende der CDU im Düsseldorfer Landtag, Karl-Josef Laumann , als möglicher Kandidat für den Landesvorsitz. Laumann verzichtete auf eine Gegenkandidatur – er will bis 2017 die Oppositionsfraktion im Landtag führen. Damit bleibt der NRW-CDU ein Führungsstreit erspart.

Doppelspitze sei eine vernünftige Lösung

Laumann sagte nach der Vorstandssitzung: "Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind gewaltig." Es solle keinen "Schönheitswettbewerb" zwischen ihm und Laschet geben, ihre Verschiedenheit könne hilfreich sein. Es gebe "dicke Arbeit für zwei und die dazugehörigen Teams".

Der 51-Jährige Laschet soll auf einem Parteitag am 30. Juni in Krefeld gewählt werden. Laumann sagte, der Vorschlag einer Doppelspitze sei "nicht nur respektiert", sondern von vielen auch mit "großer Erleichterung" aufgenommen worden. Eine formale Abstimmung habe es im Vorstand nicht gegeben.

"Die Einigung ist eine vernünftige Lösung", wurde der Europaabgeordnete und Bezirksvorsitzende der CDU im Bergischen Land, Herbert Reul, in der Rheinischen Post zitiert. "Die beiden Ämter müssen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend in einer Hand liegen", sagte er mit Blick auf die Doppelspitze.

Mehrere Kreisvorsitzende beklagten dagegen, man sei nicht angemessen berücksichtigt worden. Sie verlangen, dem Parteitag Regionalkonferenzen vorzuschalten, wie die Rheinische Post berichtet. "Hinterzimmer-Entscheidungen sind nicht zielführend, wenn man die NRW-CDU wieder auf Erfolgskurs bringen will", sagte der Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau. "Wir haben nichts ausgeklügelt", sagte dagegen Laumann.

Laumann langfristig im Bundestag?

Nach seiner Zeit als Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag könnte Laumann möglicherweise in den Bundestag wechseln. Das berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger . Laumann, der auch Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist, saß bereits von 1990 bis 2005 als Abgeordneter im Bundestag. In diesem Fall könnte Laschet dann als Landeschef zusätzlich die Fraktionsspitze übernehmen und sich als möglicher Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl in NRW vorbereiten.

Laumann und Laschet hatten sich bei der Kandidatenfrage bis zuletzt bedeckt gehalten. Offen war, ob Partei- und Fraktionsvorsitz in einer Hand gebündelt werden sollen. Befürworter dieser Lösung argumentieren, Profilschärfung und Neuanfang seien so nach dem Wahldebakel besser möglich.