Eine Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die dortige FDP Christian Lindner zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Lindner erhielt auf einem Parteitag in Gütersloh 97,9 Prozent der Stimmen der Delegierten. Er hatte keinen Gegenkandidaten.

Lindner tritt bei der Landtagswahl am 13. Mai als Spitzenkandidat der FDP an. Als neuer Landesvorsitzender löst er Gesundheitsminister Daniel Bahr ab. Bahr hatte den mit knapp 16.000 Mitgliedern größten FDP-Landesverband seit November 2010 geführt. Er hatte auf eine erneute Bewerbung verzichtet, nachdem sich Lindner zur Spitzenkandidatur bei der vorgezogenen Neuwahl entschieden hatte. Vor vier Monaten war Lindner überraschend als Generalsekretär der Bundes-FDP zurückgetreten .

Auf dem Parteitag sagte Lindner , die FDP sei nicht Mehrheitsbeschaffer für eine Koalition aus SPD  und Grünen : "Wir sind die Alternative zu Rot-Grün in NRW ." Er kritisierte die Schuldenpolitik der bisherigen Minderheitsregierung und sagte: "Für uns als Partner kommt niemand in Frage, der nicht mit der Schuldenpolitik bricht." Ziel der FDP sei, in der kommenden Legislaturperiode einen ausgeglichenen Landeshaushalt zu erreichen. Bahr zufolge strebt die FDP keine Regierungsämter an, sondern einen Politikwechsel. Lindner gebe ihr Glaubwürdigkeit zurück.

Seit Bekanntwerden von Lindners Kandidatur konnte sich die FDP in Nordrhein-Westfalen in den Umfragen erholen. Derzeit sehen die jüngsten Umfragen von ARD und ZDF die Partei bei sechs Prozent. Damit würde die FDP den Wiedereinzug in den Landtag schaffen.