In Deutschland zeichnet sich eine Mehrheit für einen Regierungswechsel auf Bundesebene ab. SPD und Grüne liegen im neuen Deutschlandtrend der ARD vier Prozentpunkte vor der Regierungskoalition aus Union und FDP . Rot-Grün käme folglich auf 42 Prozent der Wählerstimmen, würde aber bei sechs Parteien im Parlament nicht auf eine Regierungsmehrheit kommen. Union und FDP liegen bei 38 Prozent. Im ZDF-Politbarometer kommt die Koalition aus SPD und Grünen sogar 45 Prozent der Wählerstimmen. Die Union ist mit 36 Prozent auch hier stärkste Kraft.

Dank des Zugewinns von einem Punkt würde die FDP laut Deutschlandtrend die Fünf-Prozent-Hürde wieder schaffen . Sie kommt auf exakt diesen Wert, davor waren es vier Prozent. Die Liberalen im Bund profitieren nach Aussage der Meinungsforscher von den Erfolgen ihrer Landesverbände bei den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen . Im Politbarometer wäre die FDP unverändert mit vier Prozent nicht mehr im Bundestag vertreten. Damit hätte auch Schwarz-Gelb keine Regierungsmehrheit mehr.

Den Umfragen zufolge gewannen die Sozialdemokraten einen Punkt hinzu und kommen nun auf 29 beziehungsweise 31 Prozent. Im Deutschlandtrend verloren Union und Grüne dagegen jeweils einen Zähler und stehen jetzt bei 33 Prozent beziehungsweise bei 13 Prozent. Das Politbarometer sieht hingegen einen Zuwachs um einen Prozentpunkt bei beiden Parteien. Die Piratenpartei würde demnach mit sieben bis elf Prozent in den Bundestag einziehen. Die Linke kommt auf sechs bis sieben Prozent.

Aufschwung der Linkspartei nicht erwartet

Die Mehrheit der Bundesbürger glaubt der Befragung zufolge nicht an einen neuen Aufschwung der Linkspartei , die nach mehreren Wahlniederlagen über ihr künftiges Führungsduo streitet. 70 Prozent der befragten Bürger erwarten, dass es die Partei nicht mehr schafft, neue Anhänger zu gewinnen. 22 Prozent meinen dagegen, dass die Linke eine Trendwende erreichen kann. Der Verzicht von Oskar Lafontaine auf eine Kandidatur für den Vorsitz ist von der Befragung noch nicht erfasst.

Auch die Bemühungen der Bundesregierung beim Kampf gegen die Krise waren Gegenstand der Befragung. 58 Prozent der Deutschen sprechen sich für die Einhaltung des Sparprogramms der Fiskalunion aus. 29 Prozent wünschen sich, dass die Euro-Länder Wachstumsprogramme auflegen, um die allgemeine Wirtschaftslage in Europa zu verbessern.