Nach dem Wahl-Debakel der Linkspartei bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen will der frühere Parteichef Oskar Lafontaine einem Medienbericht zufolge wieder an die Spitze der Partei zurückkehren. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hat dieser bereits zugesagt, die Linke dementierte entsprechende Nachfragen bislang nicht.

Allerdings will Lafontaine offenbar nicht in jedem Fall antreten, sondern knüpft seine Bereitschaft an Bedingungen, heißt es in dem Bericht. Welche das sind, dazu gab es bislang keine Informationen.

Im Juni steht die Wahl einer neuen Parteispitze an. Einziger Kandidat für den Parteivorsitz ist bisher der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch . Er hatte schon vor Monaten seine Kandidatur angekündigt und ist offenbar auch zu einer Kandidatur gegen Lafontaine bereit. Sollte es auf dem Parteitag am 2. und 3. Juni in Göttingen also zu einer Kampfabstimmung kommen, droht der Linken die Spaltung.

Wochenlange Spekulationen

Über Lafontaines Rückkehr wurde schon seit April verstärkt spekuliert. Wegen einer Erkrankung ihres Ehemanns hatte die derzeitige Parteivorsitzende Gesine Lötzsch damals ihren Rücktritt erklärt. Seither ist Klaus Ernst alleiniger Vorsitzender.

Nach dem Wahldesaster in Nordrhein-Westfalen ließ Ernst offen, ob er in drei Wochen erneut für den Parteivorsitz kandidieren wird. In einer ersten Reaktion auf das Ausscheiden der Linken aus dem Düsseldorfer Landtag sagte er, er werde sich für eine "kooperative Führung" einsetzen. Seine eigene Entscheidung werde sich daran orientieren, ob er dabei eine Rolle spielen kann. "Einzelaktionen in diesem Zusammenhang halte ich nicht für hilfreich", sagte Ernst.

Klärung in den nächsten Tagen

Spätestens am Montag oder Dienstag wird sich offiziell klären, ob er und ob Lafontaine noch einmal an die Spitze der Linken zurückkehren wollen. Die Linke-Politiker werden dann zu gemeinsamen Sitzungen des geschäftsführenden Bundesvorstands und der Landesvorsitzenden zusammenkommen.

Irgendwann während oder zwischen diesen Sitzungen wird passieren, worauf die Linkspartei schon seit Wochen wartet: Lafontaine wird seine Karrierepläne bekannt geben. Wer den weiblichen Part der künftigen Doppelspitze einnehmen könnte, ist noch offen.