In Schleswig-Holstein hat am Morgen die Landtagswahl begonnen. Rund 2,2 Millionen Bürger sind aufgerufen, mit ihrer Stimme über den Nachfolger von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ( CDU ) zu entscheiden. Bis 11.00 Uhr gaben nach Angaben der Wahlleitung 17,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Bei der letzten Wahl im September 2009 waren es zum gleichen Zeitpunkt 25,9 Prozent. Damals wurde aber zugleich der Bundestag gewählt. Aber auch im Vergleich zu anderen Wahlen in den vergangenen drei Jahrzehnten sei die Wahlbeteiligung bis zum Vormittag eher schwach. Lediglich 2005 habe die Beteiligung zu dieser Zeit noch leicht darunter gelegen. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Prognosen von ARD und ZDF werden unmittelbar danach erwartet.

Als erster Spitzenkandidat gab der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki seine Stimme ab. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion füllte seinen Wahlzettel am Vormittag in seinem Wohnort Strande bei Kiel aus.

Bisher regierte die CDU in einer schwarz-gelben Koalition. Sie will mit ihrem Spitzenkandidaten Jost de Jager, dem bisherigen Wirtschaftsminister, wieder stärkste Partei werden. Die SPD tritt mit Torsten Albig , dem Kieler Oberbürgermeister, als Kandidat an. Die Sozialdemokraten streben ein Bündnis mit Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW), die sogenannte Dänen-Ampel, an.

Eine Neuauflage der schwarz-gelben Koalition ist unwahrscheinlich, auch wenn die FDP nach jüngsten Umfragen wieder bessere Chancen hat, erneut in den Landtag zu kommen. Dort wird erstmals auch die Piratenpartei erwartet. Für die Linke sind die Aussichten auf einen Wiedereinzug in das Parlament eher schlecht. Das Abschneiden der kleineren Parteien wie den Piraten wird maßgeblichen Einfluss auf die Koalitionsoptionen haben.

Geändertes Wahlrecht

Der Kieler Landtag wird erneut vorzeitig gewählt. Anders als bei der Neuwahl 2009 ist diesmal kein Koalitionsbruch daran schuld. Die vorgezogene Wahl wurde nötig, weil das Landesverfassungsgericht die Sitzverteilung im Kieler Landeshaus für unrechtmäßig erklärt hatte. Nach der Landtagswahl 2009 konnten Überhangmandate der CDU aufgrund von Besonderheiten im Wahlrecht nur zum Teil durch Ausgleichsmandate anderer Parteien kompensiert werden. Dagegen hatten Grüne und der SSW geklagt. Bei der Landtagswahl sind 69 Sitze zu vergeben.

Bei der Landtagswahl im September 2009 erzielte die CDU 31,5 Prozent, die SPD 25,4 Prozent, die FDP 14,9 Prozent und die Grünen 12,4 Prozent. Die Linke erhielt 6 Prozent und der SSW 4,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,6 Prozent.

Im nördlichsten Bundesland Deutschlands leben mehr als 2,8 Millionen Menschen, darunter eine dänische und eine friesische Minderheit.