Am Wahlwochenende in Schleswig-Holstein , wo die FDP mit Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki antritt, gibt es Gerüchte um einen Putsch gegen FDP-Chef Philipp Rösler . Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel sollen führende FDP-Politiker bereits ein konkretes Szenario entworfen haben, um Rösler noch in diesem Jahr abzulösen. Rösler habe nicht das Format, die Liberalen in die Bundestagswahl 2013 zu führen, sagte ein Mitglied der Parteispitze dem Magazin.

Der 39-jährige Vizekanzler lasse sich dadurch nicht beunruhigen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. "Rösler denkt absolut nicht an Rückzug", hieß es aus seinem direkten Umfeld.

Der Spiegel berichtete, nach dem Willen von Ministern, Landesvorsitzenden und Präsidiumsmitgliedern solle Fraktionschef Rainer Brüderle den Parteivorsitz übernehmen. Die Führer des Aufstands gegen Rösler kämen aus der Südschiene der FDP, zu der Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zählen.

So könnte auf einer Klausurtagung der Fraktion im Herbst der Druck auf Rösler derart erhöht werden, dass dieser aufgeben müsse. "Es ist keine einfache Operation, aber eine notwendige", sagte ein Mitglied der Fraktionsführung dem Magazin. "Bei der nächsten Bundestagswahl geht es um die Existenz der FDP." Brüderle hat jedoch immer wieder betont, dass er für einen Sturz Röslers nicht zu haben sei.

Die Süddeutsche Zeitung nannte in einem Bericht den Vorsitzenden der FDP in Schleswig-Holstein , Wolfgang Kubicki , als "wahrscheinlichsten Kandidaten" für einen "Königsmörder". Er solle Rösler beibringen, dass er als Parteichef gescheitert sei, lautete die Schlussfolgerung.

FDP weist Gerüchte als "absurd" zurück

Die bayerische FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat Spekulationen über einen möglichen Sturz von Parteichef Philipp Rösler zurückgewiesen. "Medienberichte, die von Personaldebatten ausgehen, sind abstrus und völlig aus der Luft gegriffen", sagte die Bundesjustizministerin. "Die FDP Bayern lehnt jede Personaldebatte ab." Auch in Kreisen der Bundestagsfraktion wurden die Gerüchte als "absurd" bewertet.