In der SPD steigt der Druck, den Kanzlerkandidaten noch 2012 und nicht erst im Januar 2013 zu benennen. Nach dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck machte sich auch der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Garrelt Duin, dafür stark. "Das Konzept der Troika hat sich totgelaufen", sagte Duin dem Spiegel und meinte damit die drei möglichen Kandidaten Parteichef Sigmar Gabriel , Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück .

Diese Troika hatte bisher verabredet, erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen zu entscheiden, wer antreten soll.

"Der Fahrplan muss möglicherweise vorgezogen werden", sagte Duin im ZDF . "Was wir an Kampagnen vorbereiten wollen, wo wir inhaltlich die Zuspitzung brauchen, das muss mit der Person des Kanzlerkandidaten zusammenpassen." Auch Frank Schwabe, Umweltexperte der SPD-Bundestagsfraktion, forderte ein Ende der Troika: "Es muss klar sein, dass der Parteivorsitzende das Verfahren bestimmt, das darf nicht unter drei Männern ausgemacht werden."

In der SPD gewinnt auch ein möglicher Mitgliederentscheid über die Kanzlerkandidatur an Rückhalt. Niedersachsens SPD-Landeschef Stephan Weil plädierte für einen solche Abstimmung, wie sie auch schon Gabriel ins Spiel gebracht hatte. "Falls es mehrere Bewerber gibt, sollten die Mitglieder offen und transparent darüber abstimmen", sagte Hannovers Oberbürgermeister in einem Interview.

Ein solcher Beschluss durch die Mitglieder werde die SPD insgesamt stärken, sagte er. Weil, der SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 ist, wies darauf hin, dass die SPD in Niedersachsen mit einer Urwahl "hervorragende Erfahrungen" gemacht habe. Dies gelte auch für die SPD in Schleswig-Holstein . Entscheidend sei, dass es fair ablaufe und keine Narben hinterlasse.