Die Union verliert nach dem Wahl-Desaster in Nordrhein-Westfalen auch bundesweit deutlich an Zustimmung. Im Forsa-Wahltrend von stern und RTL fallen CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um vier Prozentpunkte auf 31 Prozent. Das ist der schlechteste Wert für die Union seit Ende Oktober 2011. Im Vergleich zum Februar hat die Partei damit sieben Prozentpunkte verloren.

Von der Schwäche der Union profitieren unter anderem die Liberalen. Die FDP legt in der Umfrage um einen Punkt zu und kommt nun auf 6 Prozent – ihren besten Wert seit März vergangenen Jahres. Ebenfalls um einen Punkt zulegen kann die SPD auf 27 Prozent. Die Grünen und die Piratenpartei würden derzeit beide jeweils 13 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Die Linke liegt der Erhebung zufolge nach wie vor bei 6 Prozent.

Damit liegen die schwarz-gelben Regierungsparteien mit zusammen 37 Prozent hinter einer möglichen rot-grünen Koalition, die 40 Prozent erreicht.

Keine Wechselstimmung

Forsa-Chef Manfred Güllner machte für die Verluste der Union das schlechte Abschneiden der CDU in Nordrhein-Westfalen verantwortlich. "Das Wahldesaster hat viele Unions-Anhänger irritiert. Niederlagen bei Landtagswahlen führen oft zu solchen Sympathiedellen", sagte Güllner.

Allerdings ist die CDU-Vorsitzende nicht von diesem Vertrauensverlust betroffen. Kanzlerin Angela Merkel sei ungebrochen beliebt, sagte Güllner. "Die Bürger sind nach wie vor zufrieden mit ihr und sehnen sich nicht nach einer Alternative."

Lindner beliebter als Rösler

Das gilt auch im Vergleich mit allen potenziellen Herausforderern aus der SPD. So liegt NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit 29 Prozent im direkten Vergleich weiter hinter Merkel (48 Prozent). Der Abstand der Kanzlerin zu den männlichen Sozialdemokraten ist ähnlich oder noch größer: Bei Frank-Walter Steinmeier sind es 18 Prozentpunkte, bei Peer Steinbrück 21 und bei Sigmar Gabriel sogar 39 Prozentpunkte.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen unterstützt Merkel auch bei ihrer Entscheidung, nach der Wahlniederlage in NRW Umweltminister Norbert Röttgen zu entlassen . 51 Prozent halten den Schritt der Umfrage zufolge für richtig, 43 Prozent für falsch. Bei Unions-Anhängern sind sogar 72 Prozent für Röttgens Entlassung, vor allem Wähler der SPD und der Linken sind jedoch dagegen.

Was das Personal bei den Liberalen betrifft, wäre nach Ansicht der Wähler der NRW-Spitzenkandidat Christian Lindner der bessere Parteichef als Philipp Rösler . 58 Prozent der Befragten halten Lindner für fähiger, bei den FDP-Anhängern sehen das sogar 73 Prozent so.