Soldaten können künftig in Härtefällen mit größerer finanzieller Hilfe rechnen, wenn ihre Gesundheit im Dienst Schaden davongetragen hat. Von der geplanten Härtefall-Stiftung sollen unter anderem Soldaten der Bundeswehr und der früheren nationalen Volksarmee der DDR profitieren, die in den sechziger und siebziger Jahren durch Röntgenstrahlen aus Radargeräten Schäden erlitten.

Ebenfalls mit weiterer Unterstützung können Soldaten rechnen, die nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr unter psychischen Problemen leiden, etwa unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Der Stiftungsvertrag sieht auch Hilfen für "andere krankheitsbedingte Härtefälle" vor, wie das Ministerium mitteilte. Insgesamt haben nach diesen Angaben bereits etwa 3.800 Soldaten oder Zivilbeschäftigte sowie deren Angehörige einen Antrag auf Entschädigung gestellt.

Die Hilfen der Härtefall-Stiftung sollen zusätzlich zu den Ansprüchen aus dem geltenden Versorgungsrecht gezahlt werden. Die Stiftung soll jährlich sieben Millionen Euro aus dem Verteidigungsetat erhalten.

Getragen werden soll sie vom Soldatenhilfswerk der Bundeswehr (SHWBw). Ihr offizieller Name lautet Stiftung zur Unterstützung besonderer Härtefälle in der Bundeswehr und der ehemaligen NRA. Dem Stiftungsrat werden nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios unter anderem der frühere Chef des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz , und der ehemalige Generalinspekteur Hans-Peter von Kirchbach angehören.

Hunderte ehemalige radargeschädigte Soldaten der NVA und der Bundeswehr hatten seit Jahren um die Anerkennung ihrer Ansprüche gekämpft. Manche von ihnen haben Krebs. Eine Expertenkommission hatte dem Verteidigungsministerium eine Entschädigung empfohlen. Die Zahl psychischer Erkrankungen von Bundeswehrsoldaten hat in den vergangenen Jahren mit Auslandseinsätzen wie jenen in Afghanistan zugenommen.