Bundesumweltminister Peter Altmaier hat sich in mehreren Interviews skeptisch zum Erfolg der Energiewende geäußert. Er sehe das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen in großer Gefahr, wenn nicht stärkere, verpflichtende Klimaschutzmaßnahmen getroffen würden. "Das Zwei-Grad-Ziel war von Anfang an ein sehr ehrgeiziges Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn alles gemäß Drehbuch verläuft", sagte der Umweltminister.

Beim 3. Petersberger Klimadialog will er sich daher für mehr Tempo beim Klimaschutz einsetzen. Die Euro-Krise dürfe nicht als Ausrede gelten. Besonders Länder wie China und die USA müssten mehr tun im Kampf gegen die Erderwärmung , sagt Altmaier . An diesem Montag und Dienstag trifft er sich mit Ministern aus 35 Staaten in Berlin .

Auch Kanzlerin Angela Merkel will dabei in einer Rede mehr Tempo einfordern. Sie betonte in ihrer wöchentlichen Videobotschaft : "Das Oberziel heißt: Es muss vermieden werden, dass der Temperaturanstieg stärker als zwei Grad Celsius ist."

Riesige Anstrengungen nötig

Beim letztjährigen Klimagipfel war beschlossen worden, bis 2015 einen Weltklimavertrag auszuhandeln. Die Details sind aber bisher unklar. Das Zwei-Grad-Ziel war 2010 von den UN-Staaten beschlossen worden. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Folgen des Klimawandels nur bewältigen lassen, wenn die Erderwärmung nicht stärker ansteigt.

Gegenüber der Bild am Sonntag äußerte Altmaier außerdem Zweifel daran, in Deutschland alle Ziele der Energiewende erreichen zu können. Es stelle sich die Frage, ob es gelinge, den Stromverbrauch bis zum Jahre 2020 um zehn Prozent zu senken, sagte er. "Wenn wir das noch irgendwie schaffen wollen, dann bedarf das riesiger Anstrengungen."