Horst Seehofers Drohungen werden von den meisten Deutschen nicht wirklich ernst genommen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von ZEIT ONLINE: Nur knapp ein Drittel der Bundesbürger traut dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef zu, die schwarz-gelbe Bundesregierung platzen zu lassen, wie er es schon mehrfach angedroht hatte.

Seehofer hatte in Interviews angekündigt, die Koalition, an der auch CSU-Minister beteiligt sind, aufzukündigen, wenn das Betreuungsgeld nicht eingeführt wird oder " rote Linien " in der EU-Krisenpolitik überschritten werden.

43 Prozent der Befragten sagen, dass sie diese Drohungen für wenig glaubwürdig halten. Ein Viertel der Befragten wollte keine Angabe machen.

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Seehofers Verhalten wirkt sich offenbar auch auf seine Vertrauenswürdigkeit aus: Angela Merkel genießt ein weitaus größeres Vertrauen in der Bevölkerung als Seehofer. Im direkten Vergleich entscheiden sich 47 Prozent dafür, dass sie der Kanzlerin mehr vertrauen als dem CSU-Chef. Nur 16 Prozent vertrauen Seehofer mehr als Merkel.

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Auch das familienpolitische Projekt, das Seehofer und seine CSU besonders stark bewerben, erhält keine guten Werte. Nur 24 Prozent der Befragten sind für die Einführung des Betreuungsgelds. 63 Prozent sind dagegen.

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Insgesamt wurden 1.008 Bürger im ganzen Bundesgebiet befragt. Die in Bayern ermittelten Ergebnisse decken sich im Trend recht genau mit den bundesweiten. Allerdings wurden in Bayern weniger als 1.000 Menschen befragt, insofern sind diese Ergebnisse nicht repräsentativ und werden hier nicht aufgeführt.

Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 13. bis 16. Juli 1.008 Menschen.