Im Honorarstreit der niedergelassenen Kassenärzte sind die Verhandlungen mit den Krankenkassen vorerst geplatzt. Die Spitzenvertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verließen am Montag in Berlin überraschend die Verhandlungen mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen.

Der KBV-Chef Andreas Köhler begründete den Schritt mit dem Unmut der Mediziner gegenüber dem Vorgehen des Kassen-Spitzenverbands. Zunächst solle in kleiner Runde mit den Kassen informell die Lage geklärt werden, dann könne eventuell weiterverhandelt werden.

Köhler kündigte zudem an, Klage gegen den Schlichterspruch einzureichen , der den Kassenärzten für 2013 eine Honoraranhebung um lediglich 0,9 Prozent einräumt. Der sogenannte Erweiterte Bewertungsausschuss hatte am Donnerstag gegen die Stimmen der KBV entschieden, dass die niedergelassenen Ärzte im nächsten Jahr insgesamt 270 Millionen Euro mehr Geld bekommen sollen. Das sind für jeden Einzelnen im Schnitt 1800 Euro mehr pro Jahr.

Die KBV fordert für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten insgesamt 3,5 Milliarden Euro, was ein Plus von rund elf Prozent wäre. Begründet wurde dies mit den gestiegenen Praxiskosten und der Inflation. Nach Ansicht der Ärzte würde die geplante Honorarerhöhung einen realen Einkommensverlust in Höhe von zehn Prozent bedeuten. Dadurch werde die Aufrechterhaltung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gefährdet, warnten sie.

Zahlreiche Ärzteverbände hatten im Vorfeld mit massiven Protesten und Praxisschließungen gedroht , sollte das Verhandlungsergebnis nicht nachgebessert werden.