Im Streit um die Frauenquote in Unternehmen fordern die Unionsfrauen, die Parlamentarier sollten im Bundestag frei entscheiden können. "Ich werde darauf drängen, dass der Fraktionszwang aufgehoben wird", sagte die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion , Rita Pawelski, dem Focus . Sie setze auf das "frauenpolitische Gewissen" der Kollegen.

In der Debatte geht es um ein Gesetz, das großen börsennotierten Unternehmen vorschreiben soll, dass von 2018 an 20 Prozent der Mitglieder von Aufsichts- und Verwaltungsräten Frauen sind. Fünf Jahre später soll der Anteil auf 40 Prozent steigen.

Im Gegensatz zu Pawelski verlangt FDP-Generalsekretär Patrick Döring von der CDU ein einheitliches Abstimmungsverhalten gegen die Frauenquote. Dafür sollte sich Kanzlerin Angela Merkel mit einem Machtwort einsetzen, sagte Döring der Bild am Sonntag . "Die Bundeskanzlerin sollte beim CDU-Bundesparteitag ihre Partei wieder auf Kurs bringen. Dann wird die gesamte Koalition erfolgreich sein."

Parteiübergreifende Bundesratsinitiative

Im Bundesrat hatte zuvor parteiübergreifend eine breite Länderkoalition für die Frauenquote gestimmt. Jetzt muss sich der Bundestag damit befassen, wo die Initiative bisher allerdings wenig Aussicht auf Erfolg hat. FDP und CSU haben sich bereits gegen eine gesetzliche Frauenquote ausgesprochen, ebenso große Teile der CDU.

Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) erwartet, dass seine Fraktion dem Gesetzentwurf nicht zustimmen wird. Der Antrag sei inhaltlich "nicht besonders progressiv", sagte er im Deutschlandradio Kultur. Er könne sich nicht vorstellen, "dass dieser Antrag, so einfach er gestrickt ist, im Bundestag eine Mehrheit bekommt, zumal die FDP und die CSU davon, glaube ich, nicht so viel halten".