Der Chef des Landesverfassungsschutzes von Sachsen-Anhalt , Volker Limburg, tritt zurück. Das teilte das Innenministerium mit. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sei einer entsprechenden Bitte Limburgs nachgekommen. Ministerpräsident Reiner Haseloff ( CDU ) habe zugestimmt, ihn in den Ruhestand zu versetzen.

Am Vortag hatte Stahlknecht mitgeteilt, dass die Sicherheitsbehörden Sachsen-Anhalts nun doch eine Kopie der Akte des Militärischen Abschirmdienstes (MAD ) zur Vernehmung des NSU-Terroristen Uwe Mundlos in ihren Archiven entdeckt hätten. Die Akte sei falsch einsortiert worden, hieß es.

Bereits am Dienstag hatte es geheißen, dass der MAD Mundlos bereits 1995 während seiner Zeit als Wehrdienstleistender als Informanten werben wollte. Das hat die Behörde inzwischen bestritten . Der Dienst habe lediglich ausloten wollen, wie tief Mundlos in die rechte Szene verstrickt gewesen sei. Die Protokolle der Befragung wurden kurz nach der Vernehmung an die Verfassungsschutzämter in Sachsen , Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie an das Bundesamt für Verfassungsschutz versandt. Der MAD selbst löschte seine Akten noch in den 1990er Jahren.

Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) soll von der Mundlos-Akte gewusst haben . Er räumte ein, dass das Verteidigungsressort es versäumt habe, den NSU-Untersuchungsausschuss darüber zu informieren.