Offiziell wollen die Sozialdemokraten ihre Entscheidung erst Ende Januar nach der Niedersachsen-Wahl bekanntgeben. Aus der Partei heißt es aber, Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier würden dem früheren Finanzminister Peer Steinbrück angeblich den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2013 lassen.

Intern habe man sich geeinigt, berichtet das Magazin Cicero, das seine Oktober-Ausgabe wegen der Nachricht vorzeitig an den Kiosk brachte. Gabriel habe in vielen Gesprächen erlebt, dass selbst Personen, die von seiner oder Steinmeiers Kandidatur profitieren würden, sich für Steinbrück aussprachen. Auch laut Umfragen sehen die SPD-Anhänger Steinbrück an der Spitze.

Allerdings widersprach die SPD dem Bericht. "Es gibt definitiv keinen neuen Stand in der K-Frage der SPD", sagte Generalsekretärin Andrea Nahles. "Daran ändern auch die verschiedensten Medienveröffentlichungen nichts."

Schub durch Niedersachsen-Wahl möglich

Der 65-jährige Steinbrück führte in der Großen Koalition durch die Finanzkrise des Jahres 2008. Er hat bereits ausgeschlossen, in einer möglichen Großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel als Minister zu dienen.

Auch der Zeitplan der Verkündung ist laut dem Bericht geändert: Das Magazin zitiert mehrere Sozialdemokraten mit der Information, bereits vor Weihnachten werde die Partei den Herausforderer Merkels ausrufen.

Bisher wollte die SPD die Niedersachsen-Wahl abwarten. Nun soll der Kanzlerkandidat der Landtagswahl zusätzlichen Schub geben, mit der die Sozialdemokraten die Regierung von David McAllister ( CDU ) ablösen wollen.

Auch den CDU-Parteitag im Dezember in Hannover soll die Kandidatur überlagern. Steinbrück bereite sich thematisch darauf vor, hieß es. Schon auf dem Zukunftskongress der SPD hatte er gegen das konservative Gesellschaftsbild der Union gewettert.