Der potenzielle SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Bundesfinanzminister bei mehr Firmen als bisher bekannt um Sponsoren-Gelder für ein Schachturnier geworben. Außer an die Post und die Telekom seien "gleichlautende Schreiben" an E.ON , die Deutsche Bahn , RAG und Porsche gegangen, berichtete der Tagesspiegel .

Die Zeitung berief sich auf Angaben aus Steinbrücks Büro. Ob sich der SPD-Politiker um die finanzielle Unterstützung weiterer Veranstaltungen bemüht habe, vermöge er "aus Erinnerung und Unterlagen, die ihm nur mehr eingeschränkt zur Verfügung stehen, nicht zu sagen", zitierte das Blatt eine Mitteilung des Büros.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Steinbrück in seiner Funktion als Finanzminister um Sponsoren für die Schachweltmeisterschaft 2006 in Bonn geworben hatte. Bisher war nur bekannt, dass er bei der Post und der Telekom – früheren Staatsunternehmen mit Bundesbeteiligung – um Unterstützung gebeten hatte. Dies war durch eine Biografie über Steinbrück bekannt geworden. Der Brief trug als Absender den Namen und Steinbrücks Titel als Bundesminister der Finanzen – allerdings keinen Bundesadler.

Steinbrück hält Einsatz für sinnvoll

Steinbrück selbst sieht darin "nichts Ehrenrühriges". Auf seiner Internetseite hatte er eine knappe Erklärung veröffentlicht , dass er eine "Sportveranstaltung von Rang nach 80 Jahren wieder nach Deutschland" habe holen wollen.

Dem Tagesspiegel sagte Steinbrück, dass er der Ansicht sei, "dass es sinnvoll, wenn nicht geboten sei, Ereignisse/Veranstaltungen von allgemeinem Interesse und/oder von Relevanz für die jeweilige Region zu ermöglichen – wenn nicht anders möglich (auch) mit Unterstützung renommierter Unternehmen".