Als Reaktion auf die Serie von Aufklärungspannen hat Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin die Auflösung des Verfassungsschutzes und des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) gefordert. "Nach meiner Auffassung kann es hierfür nur einen Weg geben, nämlich die Behörden aufzulösen und einen kompletten personellen Neuanfang zu starten", sagte Trittin.

Am Dienstag war im NSU-Untersuchungsausschuss bekannt geworden , dass der MAD eine Akte über ein Gespräch mit dem späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos aus den neunziger Jahren verschwiegen hatte.

Der MAD soll auch versucht haben, Uwe Mundlos 1995 während seiner Zeit als Wehrdienstleistender als Informanten zu werben. MAD-Präsident Ulrich Birkenheier bestritt allerdings, dass es sich bei den Kontakten um einen Anwerbeversuch gehandelt habe.

Trittin fordert kompletten Neuanfang der Geheimdienste

Trittin sagte, es habe mehrere Versuche verschiedener Geheimdienstbehörden gegeben, die Aufklärung durch den Untersuchungsausschuss des Bundestages zu hintergehen. Die Vertuschungsversuche belegten, "dass diese Dienste in dieser Form nicht zu reformieren sind".

Mit bestehendem Personal und Institutionen sei "ein demokratisch gesteuerter Inlandsgeheimdienst , den wir brauchen, nicht möglich", sagte Trittin. Es habe eine Vertuschungsmentalität Einzug gehalten, "die geradezu genetisch in den Code dieser Behörden eingeschrieben ist". "Deswegen brauchen wir einen kompletten Neuanfang.