Ob Deutschland mit der Teilnahme an einer Friedensmission weitere Ausrüstung an Mali liefern wird, ist noch unklar. Kanzlerin Merkel hatte kürzlich auf einer Bundeswehrtagung gezielte Rüstungsexporte als ein Instrument zur Friedenssicherung bezeichnet . Mali erhielt bislang unter anderem 32 LKW, 14 kleine Boote und vier Wolf-Jeeps von der Bundeswehr – Kriegswaffen waren nicht darunter. Rüstungsexporte an das Regime dürften in Berlin jedoch auch für Streit mit Teilen der Opposition sorgen.

"Eine weitere Aufrüstung der verschiedenen Konfliktparteien wird nur mehr Gewalt in die gesamte Region tragen und die Versorgung der Hungernden mit Lebensmitteln zum Erliegen bringen", kritisiert Jan van Aken, stellvertretender Vorsitzender der Linkspartei . Jahrelang habe die Bundesregierung Mali als afrikanisches Musterland der Demokratie gehätschelt und die schwerwiegenden ökonomischen und politischen Probleme des Landes ignoriert. "Doch jetzt, da diese Probleme in offene Gewalt umgeschlagen sind, fällt der Bundesregierung nichts anderes ein, als die erst vor Kurzem durch einen Putsch an die Macht gekommene, nicht legitime Regierung Malis mit Militärausbildern zu unterstützen", sagte van Aken.

Deutsche Entwicklungshilfe gestoppt

Auch die Rüstungsexpertin der Grünen , Katja Keul, lehnt Rüstungsexporte als Mittel der Friedenssicherung ab. "In Mali müssen wir gerade beobachten welche dramatischen Folgen es hat, wenn ein Land plötzlich mit Waffen überflutet wird", sagte Keul. "Mehr Waffen führen immer auch zu mehr zivilen Opfern." Sie forderte die Bundesregierung dazu auf, alle Nachbarstaaten Malis an den Gesprächen über die Zukunft des Landes zu beteiligen.

Die deutsche Zusammenarbeit mit der malischen Regierung ist seit einem Militärputsch im April schwierig, die Entwicklungshilfe aus Deutschland wurde daraufhin gestoppt. "Die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung muss fortgesetzt werden", verlangt nun ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die Afrikanische Union (AU) forderte Wahlen im kommenden Jahr – bis dahin müsste sich die Sicherheitslage aber deutlich verbessert haben – und der Norden unter Kontrolle der Regierung stehen. Am Dienstag wird sich das Sicherheitskomitee der AU in Addis Abeba treffen. Es soll darüber gesprochen werden, ob afrikanische Länder in der Lage sind, eigene Soldaten abzustellen, um für Ruhe in Nord-Mali zu sorgen. Wenn die Konferenz ohne konkretes Ergebnis endet, wird ein europäisches Eingreifen immer wahrscheinlicher – und damit auch der Einsatz deutscher Soldaten.