Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt im nächsten Jahr auf 18,9 Prozent des Bruttolohns . Der Bundestag stimmte der Reduzierung um 0,7 Prozentpunkte mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition zu. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden dadurch nach Angaben des Arbeitsministeriums um 6,4 Milliarden Euro entlastet.

Die Rentenkassen sind gut gefüllt, weil die Einnahmen dank der positiven Arbeitsmarktlage hoch sind. Nach geltendem Recht muss der Beitragssatz reduziert werden, wenn die Rücklagen das 1,5-fache einer Monatsausgabe überschreiten. Das sind rund 25 Milliarden Euro.

Oppositionspolitiker, Gewerkschaften und Sozialverbände fordern allerdings, anstelle niedrigerer Beiträge lieber eine Demografiereserve aufzubauen . Die SPD-Fraktion scheiterte aber mit dem Antrag, auf die Senkung des Beitragssatzes zu verzichten und angesichts der alternden Bevölkerung einen Demografiefonds einzurichten.

Auch die Forderung der Linksfraktion fand keine Mehrheit, die Spielräume in der Rentenversicherung für Leistungsverbesserungen zu nutzen. Die Grünen konnten sich nicht mit dem Vorschlag durchsetzen, den Anpassungsmechanismus der Rentenbeiträge so zu verändern, dass eine höhere Nachhaltigkeitsrücklage gebildet werden kann.