Die CSU will im Fall eines Siegs bei der Landtagswahl im Herbst ein Heimatministerium in Bayern schaffen. Der künftige Minister oder die künftige Ministerin solle sich darum kümmern, dass mehr öffentliche Aufgaben "von oben nach unten" verlagert werden, sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bei einem Kommunalkongress seiner Partei.

Mit der CSU-Fraktion habe er sich bereits abgestimmt. Der Begriff Heimat als Namensbestandteil des neuen Ministeriums solle die CSU-Philosophie ausdrücken: "Der ländliche Raum ist für uns die Heimat. Und wir wollen der Heimat mehr Rechte geben, dass sie sich selbstverwaltet", sagte Seehofer .

Aufgabe des neuen Ministeriums solle auch sein, die Verwaltung bürgerfreundlicher und unbürokratischer zu machen. Es gehe um Dezentralisierung und Deregulierung. Seehofer kritisierte dabei explizit die Regelungswut der EU : "Ich habe den Eindruck, in Brüssel herrscht das Geschäftsmodell: Was ist noch nicht geregelt?", zitierte ihn die Süddeutsche Zeitung .

Das gelte für alles, auch für Duschköpfe, Glühbirnen oder Trinkwasser. Seine Partei werde dagegen Widerstand leisten, kündigte Seehofer. Pikant an seiner Kritik an Brüssel ist: Edmund Stoiber , sein Vor-Vorgänger als CSU-Chef und Ministerpräsident, ist Sonderbeauftragter der EU für Bürokratieabbau .