Seine Expertise zum politischen Geschehen, zum Innenleben der CDU und zu Bundeskanzlerin Angela Merkel war bis zuletzt gefragt: Gerd Langguth war ein angesehener und geschätzter Interviewpartner und Gastautor. Nun ist der Politologe im Alter von 66 Jahren gestorben.

Nach Informationen von Spiegel Online starb Langguth am Sonntagnachmittag in einer Klinik in Köln-Merheim. Er litt demnach seit Jahren an einer schweren Krankheit.

Langguth arbeitete zuletzt als Honorarprofessor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie an der Universität Bonn. Themen, mit denen er sich sowohl wissenschaftlich als auch publizistisch auseinandersetzte, waren Europa und die europäische Integration, vor allem aber die Institutionen, Parteien und politischen Entscheidungsprozesse in der Bundesrepublik.

Der CDU galt dabei sein besonderes Interesse. In den 1970er Jahren saß er selbst für die Partei im Bundestag. Er war Mitglied im Bundesvorstand der Partei und arbeitete in zwei Kommissionen am Grundsatzprogramm der Konservativen. Auch nach dem Ende seiner politischen Laufbahn – Langguth war danach unter anderem Direktor der Bundeszentrale für politische Bildung und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Siftung –  blieb er ein intimer Kenner der CDU und ein versierter Kritiker ihrer Politik.

Einem breiten Publikum bekannt wurde der Politologe 2005 durch seine Biografie von Bundeskanzlerin Angela Merkel und – zwei Jahre später – mit seinem Buch über den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler.