Die Parteien in Deutschland bekommen in diesem Jahr so viel Geld wie nie zuvor vom deutschen Fiskus. Laut einer Unterrichtung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an den Deutschen Bundestag können die Kassenwarte von Union, SPD, FDP, Grünen, Linken und anderer Parteien mit mehr als 154 Millionen Euro rechnen. Demnach erhöht sich die staatliche Teilfinanzierung im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Millionen Euro.

Hintergrund ist eine automatische Anpassung an die Entwicklung des Preisindexes für "parteitypische Ausgaben" um 2,2 Prozent. Der Index wird vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden (Destatis) ermittelt.

Als Maßstab für das Geld vom Staat gilt unter anderem das Wahlergebnis. Daneben finanzieren sich die Parteien vor allem durch Spenden und Mitgliedsbeiträgen oder auch Einnahmen aus Unternehmensbeteiligungen. 

Die Gesamteinnahmen der Parteien liegen deshalb deutlich über den Zuwendungen der Steuerzahler. Laut den verschiedenen Rechenschaftsberichten der Parteien lagen sie im Jahr 2011 – neuere Zahlen wurden noch nicht veröffentlicht – bei insgesamt 433,5 Millionen Euro. CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke schlossen das Jahr dabei mit Überschüssen in Millionenhöhe ab. Nur die FDP verbuchte ein Defizit von mehr als 414.000 Euro.