Das FDP-geführte Bundeswirtschaftsministerium stellt sich quer: Sie will den renommierten Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber Medienberichten zufolge nicht weiter beschäftigen. Schellnhuber ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) und damit der wichtigste Berater der Bundesregierung in Umweltfragen.   

Derzeit laufen die Verhandlungen, um den WBGU neu zu besetzen, nachdem Ende Februar die letzte Berufungsperiode abgelaufen ist. Ein Sprecher von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte, das Ministerium habe bei zwei Personalien "unterschiedliche Auffassungen" geäußert.

Das CDU-geführte Umweltministerium beharrt darauf, Schellnhuber erneut zu berufen. "Wir halten an unserem Vorschlag fest", sagte eine Ministeriumssprecherin. "Wir halten Herrn Schellnhuber für einen sehr guten Kandidaten."

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Schellnhuber sei einer der renommiertesten Klimaforscher und berate die Bundesregierung seit vielen Jahren. Zu den laufenden Ressortabstimmungen äußerte er sich nicht.

Schellnhuber leitet das weltweit angesehene Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das er 1991 gründete. Der 62-Jährige war 2007 zum Berater für den Klimawandel während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ernannt worden.

In den letzten Monaten hatten sich Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier bei verschiedenen Umweltthemen gegenseitig blockiert – unter anderem beim Emissionshandel und den Strompreisen.