Die Bundeswehr geht in Afghanistan gegen den übermäßigen Alkoholgenuss in deutschen Feldlagern vor. Nach mehreren Vorfällen in den vergangenen Wochen sei die Camp-Ordnung neu gefasst worden und regele den Konsum von Alkohol noch eindeutiger, schreibt Spiegel Online unter Berufung auf das deutsche Kommando in Masar-i-Scharif.

Bisher erlaubte die Bundeswehr ihren Soldaten pro Tag zwei Dosen Bier oder eine ähnliche Menge Wein zu trinken. Diese Grenze sei häufig überschritten worden. Seit Mitte Februar seien 17 Disziplinarmaßnahmen wegen Trunkenheit im Einsatz verhängt worden, schreibt Spiegel Online. In 14 Fällen seien die Verstöße so schwer gewesen, dass die Soldaten vorzeitig zurück nach Deutschland geschickt worden seien.

In den vergangenen Wochen hatte es zwei Vorfälle gegeben, bei denen Soldaten betrunken gewesen waren. So habe ein Soldat, der sich selbst erschossen habe, zwei Promille Alkohol im Blut gehabt. Ein anderer Soldat hatte im Lager ungewollt seine Waffe abgefeuert und das Bett eines darin liegenden Kameraden getroffen. Die Bundeswehr schloss in diesem Fall ausdrücklich nicht aus, dass der Soldat angetrunken war.

Bis Ende 2014 will die Nato den Kampfeinsatz in Afghanistan beenden. Derzeit sind noch knapp 4.100 Bundeswehr-Soldaten dort im Einsatz. Seit 2002 kamen damit 54 deutsche Soldaten in Afghanistan ums Leben, 35 von ihnen durch Angriffe und Anschläge.