Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat eingestanden, in der vergangenen Woche einen leichten Schlaganfall erlitten zu haben. Anfängliche Sehstörungen seien wieder verschwunden, doch er leide noch unter leichten Koordinations- und Bewegungsstörungen, sagte Platzeck der Märkischen Allgemeinen Zeitung . Am Donnerstag will der 59-Jährige die Regierungsgeschäfte wieder aufnehmen.

Platzeck war am Montag vergangener Woche in eine Potsdamer Klinik eingeliefert worden, die er am Freitag wieder verließ. Ein Regierungssprecher hatte zunächst nur von Kreislaufproblemen gesprochen. Platzeck sagte nun, er kämpfe beim Gehen noch immer mit einem "leichten Linksdrall".

Am Donnerstag will Platzeck dem Bericht zufolge die Arbeit kurzzeitig wieder aufnehmen, bevor er im Juli seinen Urlaub antritt. Den Urlaub will der Regierungschef nach eigenen Angaben dazu nutzen, seine Gesundheit mit speziellem Training wieder vollständig herzustellen. Er wolle wieder "einhundertprozentig fit werden", sagte der SPD-Politiker.

Schon mehrfach gesundheitliche Probleme

"Es kam vieles zusammen und übereinander", sagte Platzeck weiter. Der Ministerpräsident musste sich in den vergangenen Wochen insbesondere mit dem Hochwasser an Elbe und Oder befassen. Zudem ist er derzeit als Aufsichtsratschef des Berliner Pannenflughafens BER stark beansprucht.

Platzeck hatte schon mehrfach mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er konnte bereits Anfang Mai wegen einer Erkrankung sein Amt vorübergehend nicht ausüben und musste alle Termine, darunter eine BER-Aufsichtsratssitzung, absagen. Im April 2006 legte Platzeck den SPD-Parteivorsitz nach wenigen Monaten im Amt nieder, nachdem er zwei Hörstürze erlitten hatte.

Von seiner Partei gab es Unterstützung. SPD-Generalsekretär Klaus Ness sagte: "Ich freue mich, dass er glimpflich davongekommen ist." Beide hätten schon miteinander telefoniert. "Ich hatte einen sehr aufgeräumten Eindruck von ihm." Ähnlich optimistisch gab sich Amtsvorgänger Manfred Stolpe. "Ich bin sicher, er wird sein Amt wieder voll, und so wie wir es von ihm gewohnt sind, ausführen", sagte 77-jährige frühere Ministerpräsident.