Laut einer Umfrage des Instituts Infratest-Dimap kann die CSU in Bayern derzeit mit der absoluten Mehrheit rechnen. Wären am kommenden Sonntag Landtagswahlen, gäben 47 Prozent der Befragten den Konservativen ihre Stimme. Der Regierungspartner FDP würde mit 3 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten sein. Ein mögliches Bündnis der Oppositionsparteien SPD, Grünen und Freien Wähler käme nur auf 41 Prozent.

Dafür ist vor allem die Schwäche der SPD verantwortlich: Zwei Monate vor der Landtagswahl würden nur 18 Prozent den Sozialdemokraten ihre Stimme geben. Damit würden sie auf das Niveau von 2008 zurückfallen, als sie in Bayern das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte erzielten. Die SPD kam damals auf 18,6 Prozent.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) war vor zwei Jahren als Spitzenkandidat mit dem Ziel angetreten, seine Partei bei den Landtagswahlen am 15. September auf 25 Prozent zu bringen. Im Bayern-Trend vom Januar lag die SPD noch bei 19 Prozent.

Die Grünen liegen in der Umfrage mit 15 Prozent dicht hinter der SPD. Die Freien Wähler kommen auf 8 Prozent. Für die Linke stimmten nur 3 Prozent der Befragten. Sie würde somit ebenso wie die Liberalen den Einzug in den Landtag nicht schaffen.

Bei der Frage, wen sie lieber als Ministerpräsidenten hätten, stimmten 57 Prozent der Befragten für CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer. Sein Herausforderer Ude erhielt 35 Prozent. Im Vergleich zum Januar konnte Seehofer damit seine Beliebtheit bei den Wählern um sechs Prozent verbessern. Ude verlor dagegen noch drei Punkte.

Viele Wähler noch unentschlossen

40 Prozent der Befragten gaben jedoch an, dass sich ihre Entscheidung noch ändern könne. Drei von zehn CSU-Anhängern und knapp die Hälfte der SPD-Anhänger sind noch nicht sicher, ob es bei ihrer gegenwärtigen Parteipräferenz bleibt. Für die Mehrheit der Grünen-Anhänger und zwei Drittel der Anhänger der Freien Wähler ist die Entscheidung ebenfalls noch offen.  

Für die Umfrage im Auftrag des Bayerischen Fernsehens hatte das Meinungsforschungsinstitut zwischen dem 11. und dem 15. Juli 1.004 Wahlberechtigte in Bayern befragt.