Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) ist einem Bericht des Spiegel zufolge der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

Der Posten wird im Sommer 2014 frei. Von allen bislang gehandelten Kandidaten hätte de Maizière dem Nachrichtenmagezin zufolge die größten Chancen. Allerdings sind auch Politiker aus Polen, Italien und Belgien als mögliche Kandidaten im Gespräch. Wie der Spiegel unter Berufung aus Insiderkreisen berichtet, gelte der ehemalige polnische Verteidigungs- und jetzige Außenminister Radoslaw Sikorski der US-Regierung zu unbequem. Der ehemalige italienische Außenminister Franco Frattini habe den Ruf als Mann von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und scheide außerdem aus, weil er kein amtierender Ressortchef mehr sei.

Im Gespräch sei noch der belgische Verteidigungsminister Pieter De Crem, der im Kreise der NATO-Mitgliedsländer als einer der erfahrensten Politiker gelte. Gegen de Maizière hätte er laut Spiegel dennoch keine Chance, auch weil Deutschland der zweitgrößte Beitragszahler des Verteidigungsbündnisses nach den USA sei.

Aus dem Verteidigungsministerium gab es zu den Personalgerüchten zunächst keinen Kommentar. Im Nato-Hauptquartier wurde die Möglichkeit von De Mazières Antritt nicht verneint. Aus gut informierten Kreisen heißt es, es sei nicht auszuschließen, dass der 59-Jährige nach der Bundestagswahl Anspruch auf den Posten anmelde. De Maizière leitet das Ressort seit März 2011.

Der in Bonn geborene De Maizière ist promovierter Jurist. Sein Vater Ulrich de Maizière war Generalinspekteur der Bundeswehr. Letzter deutscher NATO-Generalsekretär war der Außenpolitiker Manfred Wörner. Er stand von 1988 bis 1994 an der Spitze der Allianz.