Linke-Politiker Steffen Bockhahn warf Friedrich wegen dessen Aussagen Zynismus vor. Ein sorgsamerer Umgang mit persönlichen Daten sei zwar richtig. "Den Anschein zu erwecken, ein Geheimdienst ließe sich von besser gesicherten Daten abschrecken und würde auf Überwachung verzichten, bedeutet, die Leute für dumm zu verkaufen", sagte Bockhahn, der Mitglied im PKG ist. 

Er kritisierte den Innenminister zudem dafür, die Erkenntnisse über die NSA-Überwachung öffentlich anzuzweifeln. "Bis heute ist nichts von dem, was Edward Snowden enthüllt hat, widerlegt worden." Dennoch stelle sich Friedrich weiter vor die Geheimdienste der USA und Großbritanniens. "Ein Einsatz für die in der Verfassung garantierten Grundrechte würde bedeuten, den Hinweisen Snowdens ernsthaft nachzugehen, statt diese anzuzweifeln", sagte Bockhahn.  

Merkel soll US-Überwachung sofort stoppen

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die US-Datenausspähung in Deutschland sofort zu unterbinden. Merkel solle sich ein Beispiel an ihrem Vorgänger Gerhard Schröder nehmen, sagte er der Rheinischen Post . Ob das Recht des Stärkeren oder die Stärke des Rechts entscheide, darauf müsse ein deutscher Kanzler eine klare Antwort geben. "Das hat Gerhard Schröder mit seinem Nein zum Irak-Krieg eindrucksvoll klar gemacht."

Ob Merkel in den Geheimdienstausschuss geladen wird, will das Gremium erst in seiner nächsten Sitzung entscheiden. Das Parlamentarische Kontrollgremium habe sich eigentlich erst am 19. August wieder treffen wollen, werde aber wegen der Spähaffäre wohl einen Termin Anfang August dazwischenschieben, sagte der Ausschussvorsitzende Oppermann.