Der Rüstungshersteller Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) hatte sich ein Milliardengeschäft versprochen: Deutschlands größter Panzerhersteller wollte 270 Leopard-Kampfpanzer im Wert von mindestens fünf Milliarden Euro gen Saudi-Arabien liefern. Die Bundesregierung war entsprechend informiert , die Öffentlichkeit entrüstet. Nun ist dieser Deal offenbar gescheitert. 

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf mehrere, mit dem Vorgang betraute Personen berichtet, hat das Aus diverse Gründe. Zum einen sollen sich die potenziellen Auftraggeber über die Debatte in Deutschland geärgert haben und zum anderen inzwischen die Geduld mit den Deutschen verloren haben. So liegt der Bundesregierung seit mehr als zwei Jahren die Voranfrage von Krauss-Maffei-Wegmann, das Geschäft mit dem Golfstaat zu genehmigen, vor. Der zuständige Bundessicherheitsrat will aber erst nach der Bundestagswahl im Herbst darüber entscheiden.

Darüber hinaus sei es Saudi-Arabien fraglich erschienen, ob die mittelständische KMW in der Lage wäre, den Großauftrag abzuwickeln, schreibt die Zeitung weiter. Nach Auslieferung der Panzer stünden noch umfangreiche Serviceaufgaben an: die Ausbildung der Besatzungen, der Aufbau von Ersatzteil-Lagern, der Einsatz von Mechanikern für die Reparatur. Eine solche Infrastruktur müsse die Firma aber erst noch aufbauen.

Keine Schwierigkeit bereitet dies offenbar den neuen Verhandlungspartnern: Die größte Golf-Monarchie führt laut Handelsblatt "intensive" Gespräche mit dem US-Konzern General Dynamics über die Lieferung von M1-Panzern. Im Gegensatz zu KMW seien die Amerikaner bereits vor Ort präsent und hätten demnach keine Schwierigkeiten, den Umfang des Deals zu stemmen.

2011 war der Deal zwischen der Rüstungsschmiede aus München und Saudi-Arabien bekannt geworden. Die Opposition, Kirchen und selbst Teile der KMW-Eigner hatten sich daraufhin vehement gegen die Panzerlieferung an das autoritär regierte Land ausgesprochen.