Er galt seit Längerem als Favorit für die Nachfolge von Matthias Platzeck. Nun übernimmt der 51-jährige Dietmar Woidke das Amt des Ministerpräsidenten und auch des SPD-Landesvorsitzenden in Brandenburg. Seine Wahl könnte bei der ersten Landtagssitzung nach der parlamentarischen Sommerpause am 28. August erfolgen.

Woidke ist seit Langem in der Politik des Landes aktiv. Seit 19 Jahren ist er ohne Unterbrechung im Landtag, er war SPD-Fraktionschef und Umweltminister. Seit Oktober 2010 ist er brandenburgischer Innenminister.

Während sein Minister-Vorgänger Rainer Speer als knurrig und sperrig gilt, sagen Wegbegleiter über Woidke, er sei umgänglich und meistens gut gelaunt. Zwar setzte er die Pläne für eine umstrittene Polizeireform fort – jedoch mit versöhnlicheren Tönen.   

Einen ersten Schub bekam Woidkes Karriere im Jahr 2004. Damals wurde er für fünf Jahre Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz. Davor war der Familienvater, der an der Humboldt-Universität in Berlin Landwirtschaft, Tierproduktion und Ernährungsphysiologie studiert hat, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Woidkes stammt aus Naundorf bei Forst an der deutsch-polnischen Grenze. 1990 wurde der Diplom-Agraringenieur Leiter der wissenschaftlichen Abteilung eines Futtermittel-Unternehmens und arbeitete einige Jahre in Bayern. 1993 trat er in die SPD ein.   

Zu DDR-Zeiten sei er in der Berliner Studentengemeinde politisiert worden, erinnert sich Woidke. Unter dem Dach der Kirche fand in den achtziger Jahren auch die Oppositionsbewegung zusammen. Die Studentengemeinden waren damals auch Orte regimekritischer Diskussionen.