Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die FDP erstmalig nach fast einem Jahr wieder die Fünf-Prozent-Hürde nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt das ZDF-Politbarometer vom Juli , wonach die Liberalen auf genau fünf Prozent kommen. Dies geht offenbar auf Kosten der Union: CDU und CSU verlieren nach ihrem Rekordwert im Vormonat zwei Prozentpunkte und liegen jetzt bei 41 Prozent. Unverändert dagegen die Werte der politischen Konkurrenz: Die SPD bleibt bei 26 Prozent, die Grünen bei 13 Prozent und die Linke bei 7 Prozent.

Eine rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl im Herbst ist damit nicht nur wenig wahrscheinlich, sondern wird auch von der Mehrheit der Befragten (42 Prozent) abgelehnt. Eine Mehrheit von 52 Prozent wünscht sich eine Große Koalition aus dem konservativen und sozialdemokratischen Lager , nur 27 Prozent lehnen diese ab.

Die Kombination aus Schwarz und Grün bewerten 40 Prozent als negativ und nur 35 Prozent als positiv. "Man kann nicht zusammenbringen, was nicht zusammen gehört", wiederholte denn auch Jürgen Trittin die Absage seiner Partei an eine solche Regierungskoalition. Dies, so der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, hätten die Erfahrungen in den Ländern gezeigt. "Und auf Bundesebene sind die inhaltlichen Differenzen noch größer", sagte der grüne Spitzenkandidat der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung .

Dies trifft nach Meinung der Wähler aber offenbar nicht auf Union und SPD zu. Mit Blick auf Programm und Inhalt können nur 25 Prozent der von der Forschungsgruppe Wahlen Befragten sehr starke oder starke Unterschiede zwischen CDU und CSU einerseits und der Arbeiterpartei ausmachen. Die meisten (69 Prozent), und dies quer durch alle Parteianhängergruppen, sehen nur wenige oder gar keine Unterschiede.

Schuld bei SPD-Führung 

Bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Bundeskanzler hätten, sprechen sich 62 Prozent für Angela Merkel aus. Nur 29 Prozent wünschen sich SPD-Herausforderer Peer Steinbrück. Zudem fällt der Rückhalt Merkels in der Union mit 96 Prozent wesentlich höher aus als der Steinbrücks bei den SPD-Anhängern (69 Prozent). Diese sehen die Schwäche ihrer Partei  hauptsächlich beim Spitzenpersonal . 76 Prozent der befragten SPD-Sympathisanten sind dieser Meinung. Nur 17 Prozent von ihnen sehen den Hauptgrund hierfür in den politischen Inhalten der SPD.